Essen und Emotionen: Schluss mit dem ständigen Kalorienzählen
Essen und Emotionen: Schluss mit Kalorienzählen

Viele Menschen beschäftigen sich ständig mit dem Thema Essen: Sie zählen Kalorien, überprüfen den Proteingehalt jeder Mahlzeit oder essen nur zu bestimmten Uhrzeiten. Dieses Phänomen, auch als „Food Noise“ bekannt, kann zu erheblichem Stress führen. Die Journalistinnen Nora Burgard-Arp und Marlene Borchardt haben ein Buch mit dem Titel „Essen und essen lassen“ veröffentlicht und sprechen im SPIEGEL-Podcast „Smarter leben“ darüber, wie man diesen Kreislauf durchbrechen kann.

Der ständige Kreislauf der Gedanken

Viele Menschen bewerten ihr Essen ständig danach, ob es „gut“ oder „schlecht“ ist – oft nach fremden Regeln, Werbebotschaften oder alten Glaubenssätzen aus der Kindheit. Dies führt zu einem permanenten inneren Dialog: „Habe ich heute schon genug gegessen? Kann ich noch etwas essen? Darf ich noch etwas essen?“, beschreibt Borchardt die typischen Gedanken. Dieser Food Noise raubt nicht nur die Freude am Essen, sondern kann auch zu einem gestörten Essverhalten führen.

Wie wir mehr Gelassenheit finden

Die Autorinnen plädieren dafür, sich von starren Ernährungsregeln zu lösen und wieder auf den eigenen Körper zu hören. Es gehe nicht darum, komplett auf gesunde Ernährung zu verzichten, sondern darum, den Druck herauszunehmen. Sie empfehlen, sich bewusst Zeit für Mahlzeiten zu nehmen, ohne Ablenkung durch Handy oder Fernsehen, und sich auf den Geschmack und das Sättigungsgefühl zu konzentrieren. Auch das Hinterfragen von inneren Glaubenssätzen wie „Ich darf erst essen, wenn ich Sport gemacht habe“ kann helfen.

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Essen ohne Dogma: Tipps für den Alltag

Ein wichtiger Schritt ist, sich von der Einteilung in „erlaubte“ und „verbotene“ Lebensmittel zu verabschieden. Burgard-Arp betont: „Ich darf überlegen, ob ich meine Proteine gedeckt habe, aber sobald ich merke, dass ich in Stress gerate, wenn es nicht klappt, ist es eine Belastung.“ Stattdessen sollten wir uns erlauben, intuitiv zu essen – also dann, wenn wir hungrig sind, und aufzuhören, wenn wir satt sind. Auch das Genießen ohne schlechtes Gewissen ist ein wichtiger Bestandteil einer entspannten Esskultur.

Wie wir Kindern einen gesunden Umgang mit Essen vermitteln

Besonders wichtig ist den Autorinnen, dass Eltern ihren Kindern einen positiven Zugang zu Essen vermitteln, ohne Druck und Dogma. Statt Verbote auszusprechen, sollten Eltern als Vorbild vorangehen und eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung anbieten. Dabei dürfen auch Süßigkeiten und Snacks ihren Platz haben – ohne sie zu tabuisieren. Denn Verbote machen Essen oft erst recht attraktiv und können zu einem gestörten Essverhalten führen.

Mehr zum Thema

Das Buch „Essen und essen lassen“ von Marlene Borchardt und Nora Burgard-Ard bietet weitere Anregungen, wie wir lernen können, wieder zu essen, was wir wollen, ohne ständig über Kalorien oder Nährstoffe nachzudenken. Der Podcast „Smarter leben“ vom SPIEGEL widmet sich jeden Samstag neuen Ideen für einen bewussteren Alltag. Wer Fragen oder Feedback hat, kann eine Nachricht an smarterleben@spiegel.de senden.

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