Forscher widerlegen Kaffee-Mythos: Perfekter Genuss hängt nicht vom Preis ab
Forscher: Perfekter Kaffee hängt nicht vom Preis ab

Forscher widerlegen weitverbreiteten Kaffee-Mythos

Viele Kaffeeliebhaber sind überzeugt, dass nur teure Spezialitätenbohnen aus exklusiven Anbaugebieten wie Kolumbien, Äthiopien oder Ruanda für den perfekten Genuss sorgen. Für diese hochpreisigen Sorten geben sie oft viel Geld aus – in der Hoffnung auf das beste Aroma. Doch genau dieses weitverbreitete Kaffee-Dogma stellen internationale Forscher jetzt grundlegend infrage.

Der Schlüssel liegt in Mahlgrad und Wasserfluss

Eine neue Studie unter Beteiligung der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie weiterer Forschungseinrichtungen in Großbritannien, Frankreich, Kanada und den USA zeigt: Nicht der Preis und nicht einmal die Sorte der Bohne sind entscheidend für den perfekten Kaffee. Viel wichtiger ist, wie der Kaffee gemahlen und gebrüht wird. Selbst günstiger Kaffee aus dem Supermarkt kann demnach überraschend gut schmecken – wenn Mahlgrad und Wasserfluss optimal abgestimmt sind.

Nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler kommt es vor allem darauf an, dass das Kaffeepulver weder zu fein noch zu grob ist. Ist es zu fein, lösen sich schnell Bitterstoffe, der Kaffee schmeckt scharf und unangenehm. Ist das Pulver dagegen zu grob, wird das Getränk dünn und verliert an Aroma. Der Schlüssel liegt dabei im richtigen Mittelweg.

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Die optimale Partikelgröße und Fließgeschwindigkeit

Laut der Studie sollten die Kaffeepartikel idealerweise zwischen 145 und 275 Mikrometer groß sein. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 180 Mikrometer dick. Mindestens genauso wichtig ist aber, dass das heiße Wasser gleichmäßig durch das Kaffeepulver fließt. Genau das entscheidet darüber, wie viele Aromen aus dem Pulver gelöst werden – und wie kräftig und vollmundig der Kaffee am Ende schmeckt.

„Die Fließgeschwindigkeit bestimmt das Extraktionspotenzial von Koffein und löslichen Bestandteilen, die Geschmack und Bitterkeit beeinflussen“, erklärt Studienautor Fabian Wadsworth von der Durham University in Großbritannien. Konkret bedeutet dies: Fließt das Wasser zu schnell, bleibt der Kaffee dünn. Läuft es zu langsam, wird er schnell bitter.

Auch die Temperatur spielt eine entscheidende Rolle: Experten empfehlen eine Brühtemperatur von 90 bis 95 Grad Celsius für optimales Aroma. Diese Erkenntnisse zeigen, dass perfekter Kaffeegenuss nicht teuer sein muss, sondern vor allem von der richtigen Zubereitungstechnik abhängt.

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