Fitnessstudio-Tarife im Aufwärtstrend - Branche verzeichnet Rekordmitgliederzahlen
Wer regelmäßig ins Fitnessstudio geht, um seinen Körper in Form zu halten, muss sich auf höhere Kosten einstellen. Eine aktuelle Studie des Branchenverbandes DSSV und des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt deutlich: Die Preise für Fitnessstudio-Mitgliedschaften steigen kontinuierlich an.
Durchschnittspreis erreicht neuen Höchststand
Im vergangenen Jahr erhöhte sich der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag um beachtliche 3,4 Prozent auf nunmehr 48,55 Euro pro Monat. Stefan Ludwig, Studienautor bei Deloitte, erklärt diesen Trend mit gestiegenen Betriebskosten: „Seit drei Jahren beobachten wir steigende Durchschnittspreise. Die erhöhten Ausgaben für Personal und Energie schlagen sich direkt in den Mitgliedsbeiträgen nieder.“
Ludwig prognostiziert weitere Preiserhöhungen bei Neuverträgen, während sich die Studios bei Bestandskunden voraussichtlich zurückhalten werden. Diese differenzierte Preispolitik soll Kundenbindung und Neukundengewinnung in Balance halten.
Branche boomt trotz höherer Preise
Erstaunlicherweise schrecken die steigenden Kosten die Fitnessbegeisterten nicht ab. Ganz im Gegenteil: Die deutsche Fitnessbranche verzeichnet aktuell so viele Mitglieder wie nie zuvor in ihrer Geschichte. Zum Jahreswechsel 2025/2026 waren laut Studie 12,36 Millionen Menschen in Fitnessstudios angemeldet – ein Plus von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Dieser Wert liegt sogar rund drei Millionen über den Mitgliederzahlen aus dem Jahr 2021, als die Corona-Pandemie zu massiven Kündigungswellen führte. „Die Perspektiven für Studiobetreiber sind glänzend, das Wachstum wird weitergehen“, betont Deloitte-Experte Ludwig. „Die Menschen achten heute mehr auf ihre Gesundheit denn je. Sie wollen auch im Alter fit und aktiv bleiben.“
Der demografische Wandel mit einer alternden Gesellschaft wirkt dabei als starker Wachstumstreiber. Seit der Pandemie hat das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung spürbar zugenommen, was sich direkt in den Mitgliederstatistiken niederschlägt.
Fibo-Messe: Epizentrum der Fitnessbranche
Parallel zu diesen Entwicklungen öffnet die renommierte Fitnessmesse Fibo in Köln ihre Tore. Vier Tage lang präsentieren 955 Aussteller aus 56 Nationen ihre Innovationen rund um Fitness, Gesundheit und Wellness. Das Spektrum reicht von klassischen Trainingsgeräten wie Hantelbänken und Rückentrainern bis hin zu digitalen Anwendungen und proteinreichen Nahrungsergänzungsmitteln.
Die Veranstalter erwarten mehr als 150.000 Besucher, die bei zahlreichen Mitmach-Events selbst aktiv werden können. Unter dem Leitthema „Für eine starke und gesunde Gesellschaft“ positioniert sich die Messe als Plattform für gesundheitspolitische Diskussionen. Der DSSV betont dabei die gesellschaftliche Bedeutung von Fitnessstudios: „Sie sind ein Schlüssel, um gesundheitliche Probleme zu entschärfen und damit die Kosten des Gesundheitssystems zu reduzieren.“
Deutschland hat noch Luft nach oben
Aktuell gibt es in Deutschland 9.647 Fitnessstudios und vergleichbare Anlagen – ein Zuwachs von 5,7 Prozent innerhalb eines Jahres. 17,1 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren sind bereits Mitglied in einem Fitnessstudio. Doch Experte Ludwig sieht noch erhebliches Wachstumspotenzial: „In Skandinavien liegt der Mitgliedsanteil schon bei über 20 Prozent. Deutschland könnte in den kommenden Jahren ähnliche Werte erreichen.“
Die Branche steht somit vor einer interessanten Phase: Einerseits steigende Betriebskosten und Mitgliedsbeiträge, andererseits wachsende Mitgliederzahlen und gesellschaftliche Anerkennung. Die Fibo-Messe in Köln bietet die perfekte Gelegenheit, diese dynamische Entwicklung live zu erleben und die Zukunft der Fitnessbranche mitzugestalten.



