Fitnessbranche im Aufschwung: Rekordmitgliederzahlen bei steigenden Preisen
Wer regelmäßig ins Fitnessstudio geht, um seinen Körper durch Laufen, Hanteltraining oder Rückengymnastik in Form zu halten, muss seit dem vergangenen Jahr häufig mehr bezahlen. Eine aktuelle Studie des Branchenverbandes DSSV und des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt: Die durchschnittlichen Mitgliedsbeiträge sind um 3,4 Prozent auf 48,55 Euro pro Monat gestiegen.
Kostensteigerungen treiben Preise nach oben
„Seit drei Jahren bewegen sich die Durchschnittspreise kontinuierlich nach oben“, erklärt Studienautor Stefan Ludwig von Deloitte. „Die gestiegenen Kosten für Personal und Energie schlagen sich direkt in den Tarifen nieder.“ Ludwig prognostiziert weitere Preiserhöhungen bei Neuverträgen, während sich die Studios bei Bestandskunden voraussichtlich zurückhalten werden.
Gleichzeitig erlebt die Fitnessbranche einen bemerkenswerten Aufschwung. Mit 12,36 Millionen Mitgliedern zum Jahreswechsel verzeichnet Deutschland einen historischen Höchststand – ein Plus von 5,6 Prozent gegenüber 2024. Damit sind heute etwa drei Millionen mehr Menschen in Fitnessstudios angemeldet als noch 2021, als die Corona-Pandemie zu zahlreichen Kündigungen führte.
Demografischer Wandel als Wachstumstreiber
„Die Perspektiven für die Studiobetreiber sind ausgezeichnet, das Wachstum wird weiter anhalten“, betont Deloitte-Experte Ludwig. „Die Menschen achten heute stärker auf ihre Gesundheit als früher, denn sie möchten auch im Alter fit und aktiv bleiben.“ Der demografische Faktor, also die zunehmende Alterung der Gesellschaft, wirkt dabei als starker Motor für die Branche. Seit der Pandemie hat das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung deutlich zugenommen.
Fibo-Messe in Köln: Schweißtreibende Innovationen
Parallel zu diesen Entwicklungen öffnet am Donnerstag die viertägige Fitnessmesse Fibo in Köln ihre Tore. 955 Aussteller aus 56 Nationen präsentieren dort ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen rund um Fitness, Gesundheit und Wellness. Das Spektrum reicht von Hantelbänken und Rückentrainern über digitale Anwendungen bis hin zu proteinreichen Nahrungsergänzungsmitteln.
Die Veranstalter erwarten mehr als 150.000 Besucher, die bei zahlreichen Mitmach-Events selbst ins Schwitzen kommen können. Unter dem Leitthema „Für eine starke und gesunde Gesellschaft“ positioniert der DSSV Fitnessstudios als Schlüssel zur Lösung gesundheitlicher Probleme und zur Reduzierung der Kosten im Gesundheitssystem.
Branchenstruktur und Entwicklungspotenzial
Nach Angaben des DSSV gab es zum Jahreswechsel 9.647 Studios und ähnliche Einrichtungen in Deutschland – ein Zuwachs von 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aktuell sind 17,1 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren in einem Fitnessstudio Mitglied. Deloitte-Experte Ludwig sieht noch erhebliches Entwicklungspotenzial: „In Skandinavien liegt der Mitgliedsanteil bereits bei über 20 Prozent. Deutschland könnte in den kommenden Jahren ähnliche Werte erreichen.“
Eine offizielle Statistik zu inaktiven Mitgliedern, den sogenannten „Karteileichen“, existiert zwar nicht, doch die grundsätzliche Dynamik der Branche bleibt ungebrochen. Die Kombination aus steigendem Gesundheitsbewusstsein, demografischen Veränderungen und kontinuierlicher Innovation auf Messen wie der Fibo sichert der Fitnessindustrie weiterhin positive Aussichten.



