Es sieht aus wie ein großes Spielzeug – und bringt selbst trainierte Muskeln ins Zittern: Reformer-Pilates fordert mehr, als man denkt. Ich habe die Trendsportart mit 30 zum ersten Mal ausprobiert – und mich gefragt: Ist das wirklich Sport oder nur Hype?
Workout mit Socken-Pflicht
Ohne rutschfeste Socken geht nichts. Auf den Reformer darf nur, wer Grip hat. Das Gerät besteht aus einer beweglichen Liegefläche (Schlitten), Schlaufen für Hände und Füße (Loops), einer Fußleiste (Footbar) und Federn, um den Widerstand zu variieren. Trotz Anfängerkurs bin ich unsicher. Ist das Gerät kompliziert? Wird es anstrengend genug? Oder blamiere ich mich zwischen den durchgestylten Teilnehmern in Scrunch-Leggings und Kirschmustersocken?
Holpriger Start am Reformer
Gleich zu Beginn klemmt die Footbar, die an die Körpergröße angepasst werden muss. Zum Glück bekomme ich sofort Hilfe und war schon etwas weniger von dem monströsen Fitness-Gerät eingeschüchtert. Mein erster Eindruck: kein Folterinstrument, sondern eher ein großes Spielzeug. Man schiebt, zieht, hängt um, verstellt Federn. Die Möglichkeiten sind enorm.
Da ist die Fußarbeit – „Footwork“. Auf dem Rücken liegend stellen wir die Füße in verschiedenen Positionen auf die Footbar, unter anderem im „Pilates-V“. Meine Bauchmuskulatur arbeitet fast durchgehend – auch, wenn es von außen ruhig aussieht.
Froschposition, Kreise und Burpees
Mit Schlaufen an den Füßen ziehen wir mit den Beinen Kreise in die Luft. Sogar Burpees sind Teil der Stunde. Eine Box auf dem Schlitten verhindert, dass die Füße wegrutschen. Die Widerstände sind anfängerfreundlich, doch einseitige und pulsierende Bewegungen machen das Training intensiv. Auch die „Pilates-Atmung“ üben wir: tief einatmen, beim Ausatmen eine Kerze auspusten.
Anspruchsvoll, aber nicht hektisch
Am meisten überrascht mich, wie sicher ich mich fühle. Schulterpolster geben Halt, es gibt genaue Ansagen zur Atmung und sogar dazu, wie man sich richtig hinsetzt oder aufsteht. Nach dieser Stunde kann ich sagen: Reformer-Pilates ist fordernd, aber nicht hektisch. Anstrengend, aber mit Zeit zum Durchatmen. Ich hätte es nicht gedacht – aber die Stunde hat mich angefixt!



