Fachbündnis fordert drastische Maßnahmen gegen Alkoholschäden in Deutschland
Fachbündnis fordert drastische Maßnahmen gegen Alkoholschäden

Fachbündnis fordert drastische Maßnahmen gegen Alkoholschäden in Deutschland

Ein breites Bündnis aus medizinischen Fachorganisationen, Suchthilfeeinrichtungen und sozialen Diensten hat die Bundesregierung aufgefordert, den Schutz der Bevölkerung vor den gravierenden Folgen des Alkoholkonsums deutlich zu verbessern. In einem aktuellen Positionspapier, das von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) mit Sitz in Hamm koordiniert wurde, werden konkrete politische Maßnahmen vorgeschlagen, um die Verfügbarkeit von Alkohol einzuschränken und die Prävention zu stärken.

Konkrete Forderungen für eine wirksame Alkoholpolitik

Die unterzeichnenden Organisationen, darunter die Bundesärztekammer, die Deutsche Krebshilfe und die Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, fordern eine umfassende Strategie. Die Preise für alkoholische Getränke sollten systematisch angehoben werden, um den Konsum zu reduzieren. Gleichzeitig müsse die Verfügbarkeit von Alkohol eingeschränkt und die Werbung für solche Produkte deutlich strenger reguliert werden.

Darüber hinaus betonen die Experten die Notwendigkeit, Maßnahmen gegen Alkohol am Steuer konsequent auszubauen. Frühintervention und Behandlung von Suchterkrankungen müssen gestärkt werden, um Betroffene frühzeitig zu erreichen und langfristige Gesundheitsschäden zu vermeiden. Flächendeckende präventive Gesundheitsangebote sollen neben der medizinischen und psychosozialen Versorgung etabliert werden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Verpasste Chancen und volkswirtschaftliche Kosten

Hans-Jürgen Rumpf von der DHS kritisierte in einer offiziellen Mitteilung, dass Deutschland seit Jahrzehnten Chancen vertane habe, wirksame Präventionsmaßnahmen umzusetzen. „Seit Jahrzehnten wird hier die Chance vertan, Kosten in Milliardenhöhe einzusparen und die Gesundheit von Menschen zu verbessern und Leid zu vermeiden“, so Rumpf. Die Fachleute weisen darauf hin, dass Prävention nachweislich helfe, nicht nur durch individuelle Ansätze, sondern auch durch strukturelle Maßnahmen, die äußere Bedingungen festlegen.

Alkoholkonsum verursacht laut DHS-Angaben verheerende Folgen für die Gesundheit der Betroffenen und die gesamte Gesellschaft. Die volkswirtschaftlichen Kosten belaufen sich jährlich auf rund 57 Milliarden Euro. Diese Summe umfasst direkte Gesundheitsausgaben, Produktivitätsverluste und soziale Folgekosten.

Breite Unterstützung aus Fachkreisen

Das Positionspapier wurde unter Federführung der DHS von zahlreichen renommierten Organisationen mitgezeichnet. Neben den bereits genannten Institutionen sind auch Vertreter aus den Bereichen Psychologie und Soziale Arbeit beteiligt. Eine Sprecherin der Dachorganisation in Hamm betonte die Dringlichkeit der Forderungen und die breite fachliche Unterstützung für die vorgeschlagenen Maßnahmen.

Die Experten fordern die Politik auf, endlich wirksame Schritte zu ergreifen, um die Alkoholprävention in Deutschland auf ein neues Niveau zu heben. Nur durch eine Kombination aus Preiserhöhungen, Verfügbarkeitsbeschränkungen, Werberegulierung und verbesserten Behandlungsangeboten könnten die schwerwiegenden gesundheitlichen und sozialen Folgen des Alkoholkonsums nachhaltig reduziert werden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration