Apothekenprotesttag: Brandenburg setzt auf Notdienstversorgung
Am kommenden Montag werden zahlreiche Apotheken in Brandenburg ihre Türen für den regulären Betrieb geschlossen halten. Grund dafür ist der bundesweite Apothekerprotesttag, mit dem die Branche auf ihre prekäre wirtschaftliche Situation aufmerksam machen will. Gesundheitsminister René Wilke (SPD) versicherte jedoch, dass alle Notdienstapotheken in Brandenburg uneingeschränkt geöffnet bleiben und somit die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung sichergestellt ist.
Honorar bleibt seit 13 Jahren unverändert
Der Protest der Apotheker richtet sich gegen eine Vergütung, die nach ihrer Ansicht seit Jahren nicht an die gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst wurde. Während die Personal- und Sachkosten seit dem Jahr 2013 um etwa 65 Prozent gestiegen sind, liegt das packungsbezogene Honorar weiterhin bei unveränderten 8,35 Euro. „Die Apotheken dürfen jetzt nicht weiter hingehalten werden, denn die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken ist dramatisch“, erklärte Verbandspräsidentin Tatjana Zambo.
Koalitionsvertrag sieht Anhebung vor – Umsetzung fehlt
Im aktuellen Koalitionsvertrag ist zwar eine Anhebung des Honorars auf 9,50 Euro vorgesehen, doch eine verbindliche Umsetzung dieser Vereinbarung steht bislang aus. Diese Verzögerung verschärft die ohnehin angespannte Lage in der Apothekenlandschaft. Die letzte Anpassung der Apothekenvergütung erfolgte vor genau 13 Jahren, was zu einem deutlichen Rückgang der Apothekenzahl in ganz Deutschland geführt hat.
Brandenburg verliert kontinuierlich Apotheken
Die Entwicklung in Brandenburg spiegelt den bundesweiten Trend wider: Während im Jahr 2013 noch 580 Apotheken im Land existierten, sind es aktuell nur noch 526 Einrichtungen. Dieser Rückgang um 54 Apotheken innerhalb eines Jahrzehnts verdeutlicht die wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen die Branche konfrontiert ist. Die Apotheker fordern daher nicht nur symbolische Solidarität, sondern konkrete politische Maßnahmen zur Sicherung ihrer Existenz und damit der flächendeckenden Gesundheitsversorgung.
Der Protesttag am Montag soll die Dringlichkeit dieser Forderungen unterstreichen und die Politik zum Handeln bewegen. Während die regulären Apotheken geschlossen bleiben, gewährleisten die Notdienste weiterhin die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten und medizinischer Beratung.



