WHO stoppt Evakuierungen aus Gaza nach tödlichem Vorfall an Grenzübergang Rafah
WHO stoppt Evakuierungen aus Gaza nach tödlichem Vorfall

WHO stoppt Evakuierungen nach tödlichem Sicherheitsvorfall im Gazastreifen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach einem tödlichen Zwischenfall im Gazastreifen ihre Evakuierungsoperationen für Schwerverletzte vorübergehend ausgesetzt. Ein freier Mitarbeiter der Organisation kam bei einem Sicherheitsvorfall am Montag ums Leben, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Plattform X mitteilte. Zwei weitere WHO-Mitarbeiter blieben bei dem Vorfall unverletzt.

Evakuierungen über Grenzübergang Rafah gestoppt

Infolge des Vorfalls setzt die WHO die Evakuierung schwer kranker Patienten aus dem Küstenstreifen über den Grenzübergang Rafah nach Ägypten vorerst aus. Die Organisation war mit der Koordination dieser lebenswichtigen medizinischen Transporte betraut, bei denen Verletzte zur Behandlung nach Ägypten gebracht oder von dort in andere Länder weitergeleitet werden sollten.

„Wir sind unseren Kolleginnen und Kollegen, die trotz der Risiken Tag und Nacht arbeiten, zutiefst dankbar“, erklärte Tedros. Die WHO fordere den Schutz der Zivilbevölkerung und humanitärer Helfer und betonte: „Frieden ist die beste Medizin.“ Der genaue Hergang des Vorfalls wird derzeit von den zuständigen Behörden untersucht.

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Angespannte Sicherheitslage im Gazastreifen

Der tödliche Vorfall ereignete sich in einer weiterhin hoch angespannten Sicherheitslage im Gazastreifen. Auch ein halbes Jahr nach Beginn der fragilen Waffenruhe im Gazakrieg bleibt die Situation in dem weitgehend zerstörten Küstenstreifen kritisch. Israel und die Terrororganisation Hamas werfen sich regelmäßig Verstöße gegen die Waffenruhe vor.

Bereits am Ostermontag war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen, bei denen mindestens zehn Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden. Sechs der Verletzten schwebten in Lebensgefahr. Nach Angaben des Al-Aksa-Märtyrer-Krankenhauses und des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes im Gazastreifen handelte es sich bei den Todesopfern um Palästinenser.

Milizenkämpfe und israelische Luftangriffe

Ein palästinensischer Augenzeuge berichtete der Nachrichtenagentur AFP, die Gewalt habe mit Auseinandersetzungen zwischen mutmaßlich von Israel unterstützten Mitgliedern einer Anti-Hamas-Miliz und Bewohnern einer zur Flüchtlingsunterkunft umfunktionierten Schule begonnen. Die Bewohner seien von Hamas-Kämpfern unterstützt worden.

„Die Zusammenstöße brachen aus, als Bewohner und Hamas-Mitglieder die Milizionäre angreifen wollten“, sagte der anonym bleibende Zeuge. „Kurz danach haben die israelischen Streitkräfte das Gebiet nahe der Schule bombardiert und zudem das Feuer eröffnet.“ Die israelische Armee erklärte, sie prüfe die Informationen zu den Vorfällen.

Die Unterbrechung der WHO-Evakuierungen stellt einen schweren Rückschlag für die medizinische Versorgung der Zivilbevölkerung im Gazastreifen dar. Die Organisation betont, dass ihre Mitarbeiter weiterhin unter extrem schwierigen Bedingungen arbeiten, um den Menschen Zugang zu dringend benötigter Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

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