In Argentinien breitet sich derzeit das gefährliche Hantavirus aus. Trotz steigender Fallzahlen und Todesfälle planen tausende argentinische Fußballfans, zur Weltmeisterschaft 2026 in die USA und nach Mexiko zu reisen. Das Virus, insbesondere der seltene und gefährliche Andes-Stamm, hat seit Juni 2025 zu 101 Infektionen und 32 Todesfällen geführt. Dennoch lassen sich die Fans von ihrer Reiselust nicht abbringen.
Fußball-Euphorie trotz Gesundheitsrisiko
Argentinien, der amtierende Weltmeister, gehört zu den Favoriten der WM. Lionel Messi, eine lebende Legende, wird möglicherweise sein letztes WM-Turnier spielen. Bereits bei der WM 2022 reisten bis zu 40.000 Fans nach Katar. Auch dieses Jahr werden Zehntausende erwartet, die im Juni nach Kansas City und Dallas reisen, wo Argentinien seine ersten Spiele bestreitet. Die Fans riskieren trotz der Hantavirus-Gefahr ihre Gesundheit, um ihr Idol zu sehen.
Wie gefährlich ist das Virus wirklich?
Gesundheitsbehörden geben vorsichtig Entwarnung. Das Hantavirus verbreitet sich hauptsächlich durch das Einatmen von Partikeln aus Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten und erfordert engen, längeren Kontakt, wie im selben Haushalt. Experten schätzen die Wahrscheinlichkeit einer solchen Übertragung auf nur zwei bis fünf Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die US-Behörde CDC betonen, dass das Risiko einer größeren Ausbreitung, auch während der WM, derzeit gering sei.
Volle Stadien und große Emotionen
Trotz der geringen Ansteckungsgefahr werden die Stadien und Fanmeilen voll sein. 60.000 bis 80.000 Zuschauer in den Arenen, Gedränge in Bahnen und Bussen, Feiern in Bars und Fan-Zonen – das sind die Bilder, die die WM prägen werden. Umarmungen, Jubel und Gesänge sind an der Tagesordnung. Social Distancing ist nicht zu erwarten. Experten sehen hier jedoch keinen Haupttreiber für Infektionen, da kurze Kontakte, etwa im Stadion, als nicht besonders riskant gelten.
Behörden bleiben wachsam
Die US-Städte beobachten die Entwicklung genau. Einreisebeschränkungen oder Massentests sind nicht geplant, um niemanden zu verprellen. Die WM ist wirtschaftlich ein Mega-Event: In Kansas City werden Einnahmen von rund 653 Millionen Dollar erwartet, in Texas sogar bis zu 3,5 Milliarden Dollar. Die Behörden setzen auf Aufklärung und Vorsichtsmaßnahmen, ohne die Reiselust der Fans zu beeinträchtigen.



