Blutungen, Fieber, Nierenschäden: Im schlimmsten Fall führt das Hantavirus zum Tod. Ein Experte geht von einer hohen Dunkelziffer in Deutschland aus. Auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff MV „Hondius“ im Atlantik gab es bisher zwei diagnostizierte und fünf mutmaßliche Hantavirus-Fälle. Drei Menschen starben. Das Schiff war auf dem Rückweg von Argentinien nach Europa, als die Krankheit ausbrach. Normalerweise werden Hantaviren von Nagetieren übertragen, doch nun schließt die WHO eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung nicht mehr aus.
Wie verläuft die Erkrankung?
Das Problem bei einer Hantavirus-Infektion ist, dass der Beginn der Erkrankung häufig unspezifisch wie ein grippaler Infekt verläuft: Fieber, hohes Fieber, Flankenschmerzen, Rückenschmerzen, Unwohlsein, Gelenkbeschwerden, Bauchschmerzen. Dazu kommen in manchen Fällen Sehstörungen durch eine Linsenschwellung. „Und natürlich eine akute Nierenschädigung, die recht typisch ist“, erklärt Chefarzt Prof. Dr. Jörg Latus. Kommt es im schlimmsten Fall zum Tod, ist in den meisten Fällen Nierenversagen die Ursache.
Hohe Dunkelziffer in Deutschland
Prof. Latus geht von einer hohen Dunkelziffer an Hantavirus-Infektionen in Deutschland aus, weil die Symptome meist an eine Grippe erinnern und viele Betroffene dann nicht zum Arzt gehen. Das Robert Koch-Institut beschreibt weitere seltene Symptome: Schwere Verlaufsformen beginnen zwar wie eine unkomplizierte Hantavirus-Erkrankung, dann kommen jedoch auch Schwindel und Sehstörungen dazu. In seltenen Fällen kann es zu kleinen Einblutungen in die Haut kommen, die wie rote oder violette Flecken aussehen. Zudem drohen Schleimhautblutungen an empfindlichen Stellen wie den Augenbindehäuten (das Auge wirkt dann gerötet oder unterlaufen), dem Zahnfleisch oder Nasenbluten. Auch im Urin können Patienten durch die Nierenschädigung Blut ausscheiden, extrem selten kommt es zu Blutungen im ganzen Körper.
Übertragungswege und Schutzmaßnahmen
Hantaviren werden hauptsächlich durch Nagetiere übertragen, insbesondere durch den Kontakt mit deren Ausscheidungen. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung wurde bisher selten beobachtet, aber die WHO schließt sie nicht mehr aus. Um eine Infektion zu vermeiden, sollten Sie den Kontakt mit Nagetieren und deren Kot vermeiden, besonders in ländlichen Gebieten oder beim Camping. Bei Verdacht auf eine Infektion ist ein Arztbesuch unerlässlich.



