FSME-Warnung in Niedersachsen: Zecken lauern auch im eigenen Garten
FSME-Warnung: Zecken auch im Garten aktiv

FSME-Gefahr in Niedersachsen: Zecken lauern nicht nur im Wald

Das niedersächsische Landesgesundheitsamt hat eine deutliche Warnung vor der von Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ausgesprochen. Virologe Masyar Monazahian erklärte gegenüber der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“: „Das Virus ist längst in Niedersachsen angekommen.“ Die Verbreitung der gefährlichen Infektionskrankheit nehme kontinuierlich zu, wobei sich die FSME seit Jahren immer weiter in Richtung Norden ausbreite.

Autochthone Infektionen belegen regionale Gefahr

Obwohl die Fallzahlen aktuell noch relativ niedrig sind, verzeichnet das Landesgesundheitsamt einen leichten Anstieg. Besonders alarmierend sind die sogenannten autochthonen Fälle – also Infektionen, die nachweislich in Niedersachsen selbst erfolgten und nicht während Urlaubsreisen in andere Risikogebiete. „Entscheidend ist, dass wir Menschen haben, die sich hier infiziert haben“, betonte Monazahian.

Die gemeldeten FSME-Fälle verteilen sich über das gesamte Bundesland. Konkret wurden Infektionen in Regionen wie Gifhorn, Osnabrück, Cuxhaven und dem Ammerland registriert. Es handelt sich zwar um Einzelfälle, doch diese sind nicht auf bestimmte Gebiete beschränkt, sondern zeigen eine flächendeckende Verbreitung des Risikos.

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Symptome und notwendiger Impfschutz

Das bekannteste Symptom einer FSME-Erkrankung ist die Hirnhautentzündung. Darüber hinaus können verschiedene Beschwerden auf eine Infektion hindeuten:

  • Fieber und Kopfschmerzen
  • Erbrechen und ÜbelkeitDarmbeschwerden und allgemeines Unwohlsein

Der Virologe rief eindringlich zu Schutzmaßnahmen auf: „Durch Kleidung, Absuchen und je nach Risiko auch durch eine Impfung.“ Allerdings gebe es bei der Impfquote noch erheblichen Nachholbedarf. Viele Menschen unterschätzten ihr persönliches Risiko oder glaubten fälschlicherweise, eine einmalige Impfung reiche aus. Tatsächlich muss der FSME-Schutz regelmäßig aufgefrischt werden, um wirksam zu bleiben.

Neben der FSME übertragen Zecken auch die Borreliose, gegen die es bisher keine Impfmöglichkeit gibt. Daher sind vorbeugende Maßnahmen umso wichtiger.

Zeckenkontakte im Alltag werden unterschätzt

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Zecken ausschließlich in Waldgebieten lauern. Monazahian korrigiert diese Vorstellung deutlich: „Zecken finden Sie im direkten Lebensumfeld, also direkt vor der Haustür oder im Park – nicht nur tief im Wald. Viele stecken sich im eigenen Garten an.“ Die Tiere seien flächendeckend verbreitet und der Kontakt mit ihnen geschehe im Alltag, nicht nur bei besonderen Ausflügen.

Bei Verdachtsfällen untersuchen die Experten des Landesgesundheitsamtes systematisch die Umgebung, in der sich die betroffene Person aufgehalten hat. Werden Zecken gefunden, werden diese im Labor analysiert, um festzustellen, ob sie das FSME-Virus übertragen können.

Klimawandel begünstigt Zeckenaktivität

Die milderen Winter der vergangenen Jahre tragen laut Monazahian wesentlich zur verstärkten Verbreitung bei: „Mildere Winter sorgen dafür, dass Zecken und ihre Wirtstiere besser überleben.“ Dadurch steige die Population kontinuierlich an. „Zecken sind heute oft schon früh im Jahr – und auch teilweise ganzjährig – aktiv.“

Interessant ist, dass viele Infektionen unbemerkt verlaufen. Etwa 80 bis 90 Prozent der Betroffenen merken nichts von der Infektion. Bei schweren Verläufen kann jedoch das Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen werden, was langfristige gesundheitliche Folgen haben kann.

Die Warnung der Experten ist klar: Die FSME-Gefahr in Niedersachsen ist real und wird häufig unterschätzt. Neben dem bewussten Absuchen nach Zeckenbesuchen im Freien und angemessener Kleidung ist eine regelmäßige Impfung der wirksamste Schutz gegen die gefährliche Viruserkrankung.

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