Der Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff sorgt international für Besorgnis. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jedoch Entwarnung gegeben: Das Risiko für die öffentliche Gesundheit sei gering. Dennoch sind bereits drei Menschen gestorben, und es gibt bestätigte Infektionen.
Aktuelle Lage an Bord der 'Hondius'
Das Kreuzfahrtschiff 'Hondius' unter niederländischer Flagge hat knapp 150 Menschen an Bord. Nach dem ersten Todesfall hatten 29 Passagiere aus etwa zwölf Ländern, darunter auch Deutschland, das Schiff auf der Insel St. Helena verlassen. Die WHO bestätigte fünf Hantavirus-Infektionen und drei Verdachtsfälle. Drei Personen sind verstorben.
Betroffene und Behandlung
Ein Patient auf der Intensivstation in Südafrika geht es besser, zwei Crew-Mitglieder in Amsterdam sind stabil. Eine 65-jährige Deutsche wurde in Düsseldorf ins Krankenhaus eingeliefert, zeigt aber keine Symptome. Eine Stewardess, die Kontakt zu einem der ersten Opfer hatte, ist ebenfalls im Krankenhaus, das Virus wurde bei ihr jedoch noch nicht nachgewiesen.
WHO: Keine Pandemie-Gefahr
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte, dass die Behörde das Risiko als gering einstuft. Die amtierende Nothilfekoordinatorin Maria van Kerkhove warnte vor einem Vergleich mit der Coronapandemie: 'Dies ist ein ganz anderes Virus. Es handelt sich um einen Ausbruch auf einem Schiff – einen begrenzten Raum.' Die Inkubationszeit beträgt bis zu sechs Wochen, daher sind weitere Fälle nicht ausgeschlossen.
Reiseverlauf und Zwischenstopps
Die 'Hondius' war am 1. April in Ushuaia, Argentinien, gestartet. Am 24. April legte sie auf St. Helena an, wo 29 Passagiere von Bord gingen – darunter auch die später in Johannesburg verstorbene Niederländerin. Ihr Mann war bereits zwei Wochen zuvor an Bord gestorben. Das Schiff liegt derzeit vor Kap Verde und hat Kurs auf Teneriffa, wo es am Wochenende erwartet wird.
Maßnahmen und Quarantäne
Auf Teneriffa sollen alle Personen an Bord getestet werden. Symptomfreie Passagiere können in ihre Heimatländer zurückkehren. Die 14 Spanier an Bord sollen in Madrid in Quarantäne. Die britische Regierung organisiert einen Charterflug für symptomfreie Briten. Eine Impfung oder Medikamente gegen Hantaviren gibt es nicht; Quarantäne und Symptombeobachtung gelten als sicherste Methoden.
Ursachenforschung in Argentinien
Forscher in Argentinien sollen den Ursprung der Infektionen klären. In Ushuaia werden Nagetiere eingefangen und auf das Virus untersucht. Hantaviren werden meist durch infizierte Nager übertragen. Bei dem Ausbruch handelt es sich um den Andes-Typ des Virus, so die WHO.



