Der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius sorgt weiterhin für internationale Besorgnis. Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA bestätigte am Freitag, dass sich zwei britische Staatsbürger mit dem Virus infiziert haben. Ein dritter Brite wird auf der abgelegenen Südatlantikinsel Tristan da Cunha als Verdachtsfall untersucht. Unklar bleibt, ob die Infizierten direkt an Bord des Schiffes reisten oder Kontakt zu Urlaubern hatten.
USA stufen Ausbruch als Notfall ein
Die US-Seuchenschutzbehörde CDC hat den Ausbruch als Notfall der Stufe 3 eingestuft, der niedrigsten von drei Stufen. Dies berichtete ABC News am Donnerstag. Bereits am Vortag hatte die WHO fünf bestätigte Hantavirus-Fälle gemeldet, von denen drei Menschen starben: ein älteres niederländisches Ehepaar und eine Deutsche.
Behandlung in Düsseldorf
In der Uniklinik Düsseldorf wird eine 65-jährige deutsche Passagierin der Hondius behandelt. Sie stand in engem Kontakt mit der verstorbenen Deutschen. Bisher gibt es keine Hinweise auf eine Infektion, aber wegen der variablen Inkubationszeit laufen die Untersuchungen weiter, so ein Kliniksprecher.
Schiff nähert sich Teneriffa
Die unter niederländischer Flagge fahrende Hondius steuert von den Kapverdischen Inseln kommend Teneriffa an. Dort sollen alle rund 150 verbliebenen Menschen an Bord getestet werden. Die spanischen Behörden bereiten sich auf die Ankunft am Samstag oder Sonntag vor. Katastrophenschutzleiterin Virginia Barcones erklärte, die Ankommenden würden in einem vollständig isolierten Bereich eintreffen. Derzeit zeige niemand Symptome, so die WHO.
Frühere Zwischenstopps
Vor der Entdeckung des Virus waren bei einem Zwischenstopp auf St. Helena 29 Passagiere von Bord gegangen, etwa zehn Tage vor der ersten Bestätigung. Auch die verstorbene Niederländerin verließ dort das Schiff. Ihr Mann war bereits an Bord gestorben. Die Passagiere kamen aus rund zwölf Ländern, darunter ein Deutscher. Der Veranstalter Oceanwide Expeditions informierte alle Passagiere; die Suche nach ihnen läuft. Kontaktpersonen auf St. Helena haben sich in freiwillige Selbstisolation begeben.
WHO beruhigt
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus rief zur Besonnenheit auf: Die Lage sei ernst, aber das Risiko für die öffentliche Gesundheit gering. Nothilfekoordinatorin Maria van Kerkhove betonte, ein Vergleich mit der Coronapandemie sei nicht angebracht. Hantaviren werden normalerweise durch Nager übertragen. Die WHO geht jedoch vom Andes-Typ aus, der auch von Mensch zu Mensch übertragbar ist.
Das Schiff war am 1. April im argentinischen Ushuaia gestartet. Argentinische Forscher suchen dort nach dem Ursprung, indem sie Nager einfangen und testen. Das verstorbene niederländische Paar war bereits 2025 in der Region unterwegs.



