Ex-Bundesliga-Trainer Hasenhüttl: Hantavirus brachte mich an den Rand des Todes
Hasenhüttl: Hantavirus brachte mich an den Rand des Todes

Der ehemalige Bundesliga-Trainer Ralph Hasenhüttl (58) hat eine schwere Hantavirus-Erkrankung durchgemacht und spricht nun über die qualvollen Wochen, die ihn an den Rand des Todes brachten. „Es waren die schlimmsten drei Wochen in meinem Leben“, sagte der Österreicher, der unter anderem den VfL Wolfsburg und RB Leipzig trainierte, der britischen Zeitung „Mirror“. Hintergrund der aktuellen Berichterstattung sind drei Todesfälle auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ vor Afrika, bei denen das Hantavirus eine Rolle spielte.

Plötzliche Schmerzen nach Mountainbike-Tour

Hasenhüttl erkrankte 2012 während eines Trainingslagers. Nach einer Mountainbike-Tour fühlte er sich zunächst nur erschöpft, doch über Nacht setzten heftige Schmerzen ein. „Es war, als würde mir eine Nadel in den Kopf gestochen“, erinnert er sich. Kurz darauf kamen massive Rückenschmerzen hinzu – „als hätte ich ein Messer im Rücken“. Die Diagnose lautete Hantavirus, eine Infektion, die durch Nagetiere übertragen wird.

Zwei Wochen auf der Intensivstation

Seine Organe schwollen an, Leber und Nieren drückten auf andere Organe. Hasenhüttl landete auf der Intensivstation und kämpfte zwei Wochen lang um sein Überleben. Besonders erschreckend: Eine spezifische Behandlung gibt es nicht. „Man muss warten, bis der Körper Antikörper bildet, und dabei hoffen, zu überleben“, erklärt der Trainer. Vor allem sein Herzschlag blieb ihm in Erinnerung: Er sei so heftig gewesen, dass er nachts aufwachte.

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Ansteckung beim Putzen der Terrasse

Wie er sich infizierte, ist laut eigenen Angaben auf eine alltägliche Situation zurückzuführen: Beim Reinigen seiner Terrasse atmete er vermutlich virenhaltigen Staub ein. Das Hantavirus wird durch Kot, Urin oder Speichel von Nagetieren übertragen, deren Partikel in der Luft aufgewirbelt werden. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis drei Wochen. Die Krankheit beginnt oft wie eine Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Im weiteren Verlauf kann es zu schweren Atemproblemen kommen.

Aktueller Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff

Die Gefährlichkeit des Virus zeigt sich aktuell auf dramatische Weise: Auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ vor Afrika sind bereits drei Menschen gestorben. Rund 150 Passagiere sitzen fest, mehrere Infizierte wurden ausgeflogen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüft sogar, ob sich das Virus in diesem Fall auch von Mensch zu Mensch übertragen haben könnte.

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