Ein Legionellen-Ausbruch in einem Ulmer Fußpflegesalon mit zwei Toten hat jüngst für Schlagzeilen gesorgt. Doch wie verbreitet sind Infektionen mit diesen Bakterien in Thüringen? Das Gesundheitsministerium in Erfurt hat nun neue Zahlen vorgelegt: Im vergangenen Jahr infizierten sich mindestens 44 Menschen im Freistaat mit Legionellen, vier von ihnen starben in direkter Folge der Infektion.
Erster Todesfall 2026
Auch im laufenden Jahr gab es bereits einen Todesfall, der unmittelbar mit einer durch Bakterien der Gattung Legionella ausgelösten Erkrankung in Verbindung steht. Bis Mitte April wurden insgesamt 16 Fälle der meldepflichtigen Legionellose in Thüringen registriert. Die Erreger sind weltweit verbreitet und gedeihen besonders in warmem Süßwasser.
Infektionswege und Risiken
Legionellen können durch zerstäubtes Wasser eingeatmet werden, etwa beim Duschen, über Klimaanlagen oder Whirlpools. Eine Infektion verläuft nicht immer symptomatisch, kann aber grippeähnliche Beschwerden oder die schwere Legionärskrankheit auslösen. Besonders gefährdet sind Erwachsene mit geschwächtem Immunsystem.
Von den 44 Erkrankungsfällen des Vorjahres konnte bei 38 eine mögliche Infektionsquelle identifiziert werden. Die meisten Infektionen traten im privaten oder beruflichen Umfeld auf, nachgewiesen durch Wasserproben. Es gab jedoch auch Fälle, in denen sich Patienten vermutlich in Kliniken infizierten. In elf Fällen erfolgte die Ansteckung vermutlich auf Reisen.
Saisonale Häufung
Laut Robert Koch-Institut steigt die Zahl der bekannten Infektionen in Deutschland in den Sommermonaten an. Höhere Wassertemperaturen und feuchtes Klima begünstigen das Wachstum von Legionellen in der Umwelt. Experten raten daher, besonders in der warmen Jahreszeit auf die Hygiene von Wasserleitungen zu achten, um das Risiko einer Infektion zu minimieren.



