Ukraine-Soldat steht an seinem eigenen Grab: Happy End nach Irrtum
Soldat steht an eigenem Grab: Happy End nach Irrtum

Kiew – Eine unglaubliche Geschichte ereignete sich in der Ukraine: Der Soldat Nazar Daletskyi (46) stand kürzlich an seinem eigenen Grab. Seine Familie hatte ihn nach einer falschen Identifizierung beerdigt, doch Daletskyi war die ganze Zeit in russischer Gefangenschaft. Nun kehrte er zurück und sorgte für ein glückliches Ende.

Die falsche Todesnachricht

Nataliya Daletska (73) erhielt fast drei Jahre nach Beginn des Krieges die Nachricht, dass ihr Sohn gefallen sei. Beamte überbrachten die Todesmeldung mit forensischer Gewissheit: Die DNA von Nazar sei an einem Leichnam identifiziert worden. Die Mutter trauerte, ließ den angeblichen Sohn bestatten und versuchte, mit dem Verlust zu leben. Doch im Februar 2026 klingelte ihr Telefon – und es war Nazar höchstpersönlich.

Die Rückkehr des „Auferstandenen“

Daletskyi war seit Mai 2022 vermisst. Seine Stellung im Donbas wurde überrannt, das letzte Telefonat mit der Mutter endete mit der Nachricht, dass er im Schützengraben festsitze. Danach herrschte Funkstille. Ein Jahr später meldeten Militärvertreter den Fund seiner Leiche. Ein Leichensack kam ins Dorf Velykyi Doroshiv, doch die Mutter öffnete ihn nicht: „Sie sagten mir, der Körper sei zerstört und verbrannt.“ Erst der Anruf aus russischer Gefangenschaft brachte die Wahrheit ans Licht.

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Besuch am eigenen Grab

Nach seiner Freilassung besuchte Nazar Daletskyi sein eigenes Grab. Der unbekannte Tote, der dort bestattet wurde, wurde später exhumiert. Die Identität des Verstorbenen bleibt ungeklärt. Für die Familie beginnt nun ein neuer Kampf: Die Behörden fordern die Rückzahlung von 15 Millionen Hrywnja (rund 290.000 Euro) Entschädigung, die für den vermeintlichen Tod gezahlt wurde. Ein Teil des Geldes wurde bereits für das Grab ausgegeben.

Hoffnung für viele Familien

Mehr als 90.000 Soldaten und Zivilisten werden in der Ukraine vermisst. Der schaurige Irrtum gibt tausenden Familien Hoffnung, ihre verschollenen Angehörigen doch noch lebend wiederzusehen. Die britische „Times“ berichtet, dass die Behörden mit der Identifizierung der Kriegstoten massiv überfordert sind. In nur zwei Monaten kamen zuletzt 2000 Leichensäcke an, viele ohne Dokumente, oft mit vermischten Körperteilen. „Leider werden bei dieser Menge an Leichen Fehler passieren“, sagt Vitaliy Povstyaniy, Direktor der forensischen Untersuchungen in Kiew. Es könne Jahre dauern, bis alle identifiziert seien.

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