Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: WHO sieht geringes Risiko
WHO: Hantavirus-Risiko gering nach Ausbruch auf Schiff

Der Ausbruch des Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff sorgt international für Besorgnis, doch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das Risiko für die öffentliche Gesundheit als gering ein. Bislang wurden fünf Infektionen bestätigt, drei Menschen sind gestorben. Das Schiff „Hondius“ hatte nach dem ersten Todesfall einen Zwischenstopp eingelegt, bei dem 29 Passagiere von Bord gingen – sie stammten aus rund zwölf Ländern, darunter auch Deutschland, wie der Reiseveranstalter Oceanwide Expeditions mitteilte.

WHO: Keine Pandemie-Gefahr

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte in Genf, dass die Lage ernst sei, das Risiko jedoch gering bleibe. Die Inkubationszeit von bis zu sechs Wochen schließe weitere Fälle nicht aus. Die amtierende Nothilfekoordinatorin Maria van Kerkhove stellte klar: „Dies ist nicht der Beginn einer Pandemie.“ Ein Vergleich mit der Coronapandemie sei unangebracht, da das Hantavirus anders übertragen werde und der Ausbruch auf ein Schiff begrenzt sei.

Fünf bestätigte Fälle, drei Tote

Laut WHO sind fünf Infektionen nachgewiesen, dazu kommen drei Verdachtsfälle. Drei Personen sind verstorben. Ein Patient auf der Intensivstation in Südafrika erholt sich, zwei Crew-Mitglieder in Amsterdam sind stabil – ein 41-jähriger Niederländer und ein 56-jähriger Brite. Eine 65-jährige Deutsche, die engen Kontakt zu einem der Toten hatte, zeigt keine Symptome und wird in Düsseldorf behandelt. Eine Stewardess, die ein erstes Opfer betreute, wurde bislang nicht positiv getestet.

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Schiff auf dem Weg nach Teneriffa

An Bord zeigen derzeit niemand Symptome. Die „Hondius“ hat Kurs auf Teneriffa, wo sie am Wochenende erwartet wird. Auch für die Kanarischen Inseln sei die Gefahr gering, so Tedros. Alle Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Ansteckungen würden ergriffen. Das Schiff fährt unter niederländischer Flagge und hat knapp 150 Menschen an Bord. Es lag tagelang vor Kap Verde vor Anker, durfte aber nicht anlegen, als der Verdacht auf Hantavirus-Infektionen aufkam.

Zwischenstopp auf St. Helena

Am 24. April verließen 29 Passagiere auf der britischen Insel St. Helena das Schiff – zehn Tage vor Bestätigung des ersten Hantavirus-Falls. Darunter war auch die niederländische Frau, die später in Johannesburg starb. Ihr Mann war bereits an Bord gestorben. Ein Schweizer, der ebenfalls auf St. Helena ausstieg, ist infiziert und befindet sich in einer Klinik in Zürich. Zwei Briten in Selbstisolation haben keine Symptome.

Quarantäne und Tests auf Teneriffa

An Bord der „Hondius“ sind zwei niederländische Infektionsmediziner und zwei Epidemiologen. Die Stimmung sei gut, so eine Sprecherin. Auf Teneriffa sollen alle getestet werden. Symptomfreie können in ihre Heimatländer zurückkehren, darunter sechs Deutsche. Ein Charterflug für Briten wird organisiert. Die 14 Spanier an Bord sollen per Militärmaschine nach Madrid geflogen werden und dort in Quarantäne gehen. Gesundheitsministerin Mónica García rechnet mit Freiwilligkeit, notfalls sei eine obligatorische Quarantäne möglich. Da PCR- und Antikörpertests nicht absolut sicher sind, gelten Quarantäne und Symptombeobachtung als sicherste Methoden. Eine Impfung oder Medikament gegen Hantaviren gibt es nicht.

Ursprungsforschung in Argentinien

Argentinische Forscher sollen den Ursprung der Infektionen klären. In Ushuaia, wo die „Hondius“ am 1. April ablegte, sollen Nagetiere eingefangen und auf das Virus untersucht werden. Hantaviren werden meist durch infizierte Nager übertragen. Die WHO geht vom Andes-Typ des Virus aus. Das niederländische Paar mit den ersten Symptomen war bereits seit vergangenem Jahr in der Region unterwegs.

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