Zeckensaison in Deutschland beginnt mit ersten Krankheitsfällen
Mit den steigenden Temperaturen im Frühling werden Zecken in Deutschland wieder deutlich aktiver. Die kleinen Spinnentiere sind in Wäldern, Parks, Wiesen und auf anderen Grünflächen überall im Land zu finden. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat für dieses Jahr bislang 918 Fälle von Lyme-Borreliose gemeldet, Stand 13. April. Die meisten Infektionen wurden in Bayern mit 202 Fällen registriert, gefolgt von Sachsen mit 177, Sachsen-Anhalt mit 164 und Brandenburg mit 160 Fällen.
FSME-Erkrankungen deutlich seltener
Bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) liegen die Fallzahlen deutlich niedriger. Bisher wurden in diesem Jahr elf FSME-Erkrankungen gemeldet, davon jeweils vier in Sachsen und Baden-Württemberg sowie jeweils einer in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Im Vergleich zum Vorjahr bewegen sich die Zahlen auf ähnlichem Niveau: Im gleichen Zeitraum 2025 wurden 951 Borreliose- und 12 FSME-Fälle registriert.
Unterschiedliche Krankheitsbilder und Übertragungswege
Die beiden von Zecken übertragenen Krankheiten unterscheiden sich grundlegend in ihren Erregern und Symptomen. Borreliose wird durch Bakterien verursacht und verläuft in den meisten Fällen unbemerkt. Wenn Symptome auftreten, sind diese je nach befallener Körperregion – Haut, Gelenke, Nervensystem oder Herz – vielfältig und selten eindeutig.
Typische Anzeichen für Borreliose sind:
- Die sogenannte Wanderröte, ein roter Ring, der sich um die Einstichstelle bildet
- Eine umschriebene Schwellung der Haut
- Rötlich-violette Verfärbungen der Haut
Gegen Borreliose gibt es keine Impfmöglichkeit. FSME hingegen wird durch Viren ausgelöst und beginnt oft mit grippeartigen Symptomen. Die Erkrankung kann einen schweren Verlauf nehmen mit Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks. Laut dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) endet etwa ein Prozent der FSME-Erkrankungen tödlich.
Impfempfehlungen und Risikogebiete
Gegen FSME steht eine wirksame Impfung zur Verfügung. Das BIÖG empfiehlt die Impfung zum Start der Zeckensaison. Bereits 14 Tage nach der zweiten Impfung besteht bei den meisten Geimpften ein ausreichender Schutz für die laufende Saison. Besonders empfohlen wird die Impfung Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben oder dorthin reisen, sowie bestimmten Berufsgruppen wie Forst- oder Landwirtschaftsarbeitern.
Die wichtigsten FSME-Risikogebiete in Deutschland sind:
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Südliches Hessen
- Südöstliches Thüringen
- Sachsen
- Südöstliches Brandenburg
Hinzu kommen einzelne Kreise in fünf weiteren Bundesländern. Die Zahl der Risikogebiete wächst weiter – in diesem Jahr sind ein Gebiet in Sachsen und eines in Sachsen-Anhalt neu hinzugekommen.
Zeckenarten und Infektionsraten
In Deutschland gibt es laut RKI mindestens 19 verschiedene Arten von Schildzecken. Für die Übertragung von Lyme-Borrelien und FSME-Viren ist vor allem der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) verantwortlich, die häufigste Zeckenart in Deutschland. Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger in sich. Bei Borreliose sind je nach Region 5 bis 50 Prozent der Zecken infiziert, wie Dania Richter vom Institut für Geoökologie an der Technischen Universität Braunschweig erklärt hat.



