Moderne Großküche revolutioniert Essensversorgung für Kita-Kinder in Jessenitz
Im Lübtheener Ortsteil Jessenitz hat der Verein Jessenitzer Aus- und Weiterbildung (JAWEV) eine hochmoderne Großküche in Betrieb genommen, die die Essensversorgung für Hunderte Kinder und ein Gästehaus nachhaltig verbessert. Die Investition von insgesamt 694.500 Euro Fördermitteln, darunter 405.000 Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), ermöglicht eine professionelle Verpflegung für rund 450 Kinder in vier Kitas und einem Hort sowie für das vereinseigene Gästehaus von Biber-Jesse-Tours.
Individuelle Ernährungskonzepte für moderne Bedürfnisse
Das Küchenteam hat sich bereits intensiv mit den neuen Geräten eingearbeitet und kocht nach einem durchdachten Speiseplan, der den heutigen Ernährungsanforderungen gerecht wird. Vereinsgeschäftsführerin Eilyn Brockmöller betont die wachsenden Herausforderungen: „Immer mehr Kinder leiden unter Lebensmittelunverträglichkeiten oder werden von ihren Eltern ausschließlich vegan oder vegetarisch ernährt. Wir haben unseren Speiseplan daher gezielt angepasst, um allen Kindern gerecht werden zu können.“
Der angepasste Speiseplan sieht vor:
- Nur zweimal wöchentlich Fleischgerichte
- Einmal wöchentlich Fisch
- Zweimal wöchentlich vegetarische Kost für alle
„Diese Umstellung war auch für manche Eltern neu, aber uns ist wichtig, den Kindern zu zeigen, dass Gerichte gut schmecken können, die sie von zuhause nicht kennen“, erklärt Brockmöller weiter.
Effiziente Logistik und pädagogischer Mehrwert
Die frisch zubereiteten Mahlzeiten werden in Jessenitz gekocht und anschließend in speziellen Thermobehältern zu den Einrichtungen in Heidhof bei Dömitz, Zarrentin und Vellahn transportiert. Dort erfolgt die Ausgabe in Schüsseln, sodass die Kinder selbst entscheiden können, wie viel sie von welcher Komponente essen möchten. „Dieses System funktioniert ausgezeichnet und fördert zusätzlich die Koordination der Kinder, denn das Schöpfen aus den Schüsseln erfordert Geschick“, so die Vereinsgeschäftsführerin.
Praktische Planung begeistert sogar den Minister
Die neue Küche stellt für das Küchenteam eine erhebliche Arbeitserleichterung dar, da die vorherige Küche kleiner und weniger zweckmäßig gestaltet war. „Jetzt ist alles optimal auf unsere Arbeitsabläufe abgestimmt, weil wir unsere erfahrenen Praktiker aktiv in die Planungen einbezogen haben“, unterstreicht Brockmöller.
Bei einem Besuch im Rahmen seiner Wahlkreistour zeigte sich auch Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) beeindruckt: „Als leidenschaftlicher Hobbykoch kann ich gut einschätzen, wie sinnvoll hier alles auf die Küchenabläufe hin konzipiert ist.“ Die Begeisterung war so groß, dass Brockmöller dem Minister spontan eine Einladung aussprach, im Laufe des Jahres gemeinsam für einen guten Zweck zu kochen.
Die neue Großküche in Jessenitz steht somit nicht nur für eine verbesserte Essensversorgung, sondern auch für ein modernes, inklusives Ernährungskonzept, das den Bedürfnissen heutiger Familien und Kinder entspricht.



