Eis-Café im alten Bahnhof Penzlin schließt Mitte September
Eis-Café in Penzlin schließt Mitte September

Das Café der Eismanufaktur Jackle & Heidi im alten Bahnhof von Penzlin in der Mecklenburgischen Seenplatte schließt Mitte September. Das gab das Unternehmen am Freitag bekannt. Künftig wollen sich die Betreiber stärker auf die Eisproduktion, den Werksverkauf in Neubrandenburg und neue Projekte konzentrieren.

Start im Pandemie-Sommer 2020

„Wir haben unter besonderen Bedingungen gestartet, mitten in der Pandemie“, erklärte Geschäftsführerin Franziska Göttsche. Im August 2020 eröffnete das Unternehmen die „Gläserne Eismanufaktur“ im Bahnhofsgebäude. Das Konzept verband ein Café, regionale Produkte und eine offene Eisproduktion. Gäste konnten durch Glasscheiben beobachten, wie Sorten wie Blaubeer-Cheesecake-, Bier- oder Wacholder-Basilikum-Eis hergestellt wurden.

Doch wirtschaftlich habe sich der Standort nie eigenständig getragen, sagte Göttsche. Im vergangenen Jahr habe zudem eine Vollsperrung auf der B192 direkt vor dem Café zusätzliche Probleme verursacht. Andere Geschäftsbereiche hätten den Cafébetrieb mitfinanziert.

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Bereits Anfang 2024 hatte Jackle & Heidi den regulären Gastbetrieb vorübergehend eingestellt. Damals nannten die Betreiber Personalmangel als Hauptgrund. Eine Konditorin sei in Elternzeit gegangen, zudem habe es keine Nachbesetzung für die Caféleitung gegeben. Gleichzeitig verwiesen die Unternehmer schon damals auf die schwierige Situation außerhalb der Sommersaison. Viele Gäste hätten sich zwar enttäuscht über Einschränkungen gezeigt, das Café in der Nebensaison aber selbst nur selten besucht, sagte Mitgründer Martin Horst damals dem Nordkurier.

Zum Abschied eine große Party

Bis Mitte September soll das Café nun mittwochs bis sonntags von 13 bis 17.30 Uhr geöffnet bleiben. Geplant sind weiterhin Familien- und Firmenfeiern sowie Eismacher-Workshops. Zum Abschied kündigten die Betreiber außerdem eine große Abschiedsparty an. Gutscheine behalten auch nach der Schließung ihre Gültigkeit und können künftig im Werksverkauf oder am Eis-Truck eingelöst werden.

Für das Bahnhofsgebäude ist nach Angaben des Unternehmens bereits eine neue Nutzung vorgesehen. Dort soll künftig ein sogenannter Gesundheitsbahnhof entstehen. Göttsche begrüßte diese Entwicklung ausdrücklich.

Die Marke Jackle & Heidi verschwindet mit der Café-Schließung allerdings nicht aus der Region. Künftig soll der Fokus stärker auf dem B2B-Geschäft, dem Ausbau des Händlernetzwerks und dem mobilen Eis-Truck liegen. Dieser könnte perspektivisch als mobiles Café eingesetzt werden. Nach einem neuen Standort suchen die Betreiber noch, Vorschläge aus der Bevölkerung seien willkommen. Oder wie es Franziska Göttsche in der Abschiedsbotschaft formulierte: „Das Café ist Jackle & Heidi, aber Jackle & Heidi ist nicht das Café.“

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