Ludwigslust: Modernisierung der Notaufnahme schafft doppelte Kapazitäten
Seit dem vergangenen Sommer herrscht im Krankenhaus Ludwigslust rege Bautätigkeit. Wo einst Kabel von der Decke hingen und Baumaterialien die Gänge füllten, entsteht eine komplett neu strukturierte Notaufnahme für die LUP-Kliniken. Der umfassende Umbau soll im Sommer 2026 abgeschlossen sein und die Notfallversorgung in der Region nachhaltig verbessern.
Reaktion auf gestiegene Anforderungen
„Wir bleiben im alten Grundriss, aber es wurde alles neu geplant und wir gewinnen trotzdem Platz dazu“, erklärt Dr. Stephan Altmayer, der ärztliche Leiter der Notaufnahme. Ursprünglich war lediglich die Verlegung des Linksherzkatheter-Messplatzes vorgesehen. Die dadurch gewonnene Fläche bot jedoch die Gelegenheit für eine grundlegende Neustrukturierung. „Der Schockraum war zu klein, insgesamt war es in den Räumlichkeiten sehr beengt“, so Altmayer. Zudem machten steigende Patientenzahlen, veränderte gesetzliche Vorgaben und strukturelle Anpassungen der Versorgungsstruktur im Landkreis den Umbau unumgänglich.
Verdopplung der Betten und neue Behandlungseinheiten
Die bisherige Notaufnahme, die Bereitschaftsdienstpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung und der Empfangsbereich wurden komplett entkernt. Hinter einer Staubschutzwand, die den Baubereich vom restlichen Krankenhaus trennt, entstehen seit Monaten neue Räumlichkeiten. Architektin Mareike Zabel vom Architekturbüro Sven Buck und Partner aus Neustadt-Glewe berichtet: „Aktuell befinden wir uns im Trockenbau, Kabel und Medien werden verlegt.“
Die Neustrukturierung bringt erhebliche Verbesserungen mit sich:
- Die Bettenanzahl wird von sechs auf zwölf verdoppelt
- Ein Doppel-Schockraum ermöglicht die gleichzeitige Behandlung von zwei Patienten mit höchster Dringlichkeit
- Sechs Betten gehören zur neuen „Chest Pain Unit“ für Patienten mit unklarem Brustschmerz
- Ein Isolationszimmer mit gesondertem Außenzugang für Infektionsverdachtsfälle
- Zwei chirurgische Behandlungszimmer, Schleusen für Mitarbeiter und ein großes Wartezimmer
Übergangslösung und geplante Fertigstellung
Während der Bauarbeiten befindet sich die Notaufnahme in einer Übergangslösung auf der gegenüberliegenden Seite des Krankenhauses. Selbständige Patienten nutzen den Haupteingang in der Neustädter Straße und folgen dem Bodenleitsystem, während Rettungsfahrzeuge über den Platz des Friedens anfahren. „Die Übergangslösung ist gut, sie funktioniert. Aber es ist auch schön, wenn diese Zeit dann vorbei ist“, erklärt Altmayer.
Architektin Mareike Zabel zeigt sich zuversichtlich: „Aktuell sind wir gut im Plan.“ Alle Möbel und das Inventar wurden bereits bestellt, wobei teilweise mit längeren Lieferzeiten zu rechnen ist. Die Investitionskosten von rund 3,2 Millionen Euro werden vom Land gefördert.
Verbesserte Arbeitsbedingungen und Patientenversorgung
Dr. Stephan Altmayer ist überzeugt, dass sowohl die Behandlung für Patienten als auch die Arbeitsbedingungen für Ärzte und Pflegekräfte durch die neue Notaufnahme deutlich verbessert werden. „Diese Neustrukturierung ist eine tolle Sache und wir freuen uns auf die Arbeit in der neuen Notaufnahme.“ Die Chest Pain Unit ermöglicht beispielsweise eine bis zu 24-stündige Beobachtung von Patienten mit Brustschmerzen, bevor über eine stationäre Aufnahme oder Entlassung entschieden wird.
Matthias Endler, ärztlicher Direktor der LUP-Kliniken, zeigt sich gemeinsam mit dem gesamten Team zuversichtlich, dass die neue Notaufnahme wie geplant im Sommer 2026 ihren Betrieb aufnehmen kann. Die Modernisierung markiert einen wichtigen Schritt zur Sicherstellung einer zeitgemäßen Notfallversorgung in der Region Ludwigslust.



