Ab April 2026: Kostenloses Lungenkrebs-Screening für starke Raucher startet in Deutschland
Lungenkrebs-Screening für Raucher startet im April 2026

Neues Früherkennungsprogramm: Lungenkrebs-Screening für starke Raucher startet im April 2026

In Deutschland startet ab dem 1. April 2026 ein bundesweites Programm zur kostenfreien Früherkennung von Lungenkrebs für starke Raucher. Dieses Screening richtet sich speziell an Personen zwischen 50 und 75 Jahren mit langjährigem Tabakkonsum und soll dazu beitragen, die hohe Sterblichkeitsrate bei Lungenkrebs zu reduzieren.

Alarmierende Zahlen: 58.000 Neuerkrankungen jährlich

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 58.000 Menschen neu an Lungenkrebs. Rauchen gilt dabei als Hauptrisikofaktor für diese Erkrankung. „Mindestens 85 Prozent der Lungenkrebsfälle treten bei Rauchern auf“, erklärt Prof. Martin Schuler, stellvertretender Direktor des Westdeutschen Tumorzentrums in Essen. Das tückische an dieser Krebsart: Im frühen Stadium verursachen die Tumore meist keine spürbaren Beschwerden, was eine frühzeitige Diagnose erschwert.

Früherkennung kann Sterblichkeit deutlich senken

Das neue Screening-Programm setzt genau an diesem Problem an. „Ziel ist es, Tumore oder Tumorvorstufen in einem heilbaren Stadium zu erkennen“, betont Prof. Christian Taube, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Internationale Studien zeigen, dass durch regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen die Sterblichkeit um bis zu 20 Prozent gesenkt werden kann.

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Prof. Schuler verdeutlicht den medizinischen Fortschritt: „Bisher wurden etwa 50 Prozent der Tumore erst entdeckt, wenn der Krebs bereits Metastasen gebildet hatte. Durch das neue Screening finden wir einen Großteil der Tumore in einem Stadium, in dem sie noch operabel und damit nicht lebensbedrohlich sind.“

So funktioniert das Lungenkrebs-Screening

Das Screening erfolgt mittels einer speziellen Niedrigdosis-Computertomografie (Low-Dose-CT), die im Vergleich zu herkömmlichen CT-Untersuchungen mit einer deutlich reduzierten Strahlendosis arbeitet. Die Untersuchung kann alle zwölf Monate wiederholt werden und eignet sich besonders gut zur Erfassung von Veränderungen im Lungengewebe.

Die Auswertung der Aufnahmen erfolgt nach standardisierten Kriterien und wird durch KI-Algorithmen unterstützt. „Die abschließende Befundung nimmt jedoch immer ein speziell ausgebildeter Radiologe vor“, erklärt Prof. Taube. Diese Technologie ermöglicht es, selbst kleinste Tumore in einem sehr frühen Entwicklungsstadium zu identifizieren.

Wer hat Anspruch auf das kostenfreie Screening?

Das Programm richtet sich an etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland, die folgende Kriterien erfüllen:

  • Alter zwischen 50 und 75 Jahren
  • Mindestens 15 Packungsjahre Rauchergeschichte (ein Packungsjahr entspricht dem Konsum einer Schachtel Zigaretten pro Tag über ein Jahr)
  • Mindestens 25 Jahre Rauchergeschichte ohne längere Unterbrechungen
  • Raucherentwöhnung liegt weniger als 10 Jahre zurück

Besondere Regelungen für E-Zigaretten-Konsumenten

Für Konsumenten von E-Zigaretten oder Vapes gelten besondere Regelungen. „Bisher ist die Anrechnung der Belastung für das Lungenkrebs-Risiko unklar“, erläutert Prof. Schuler. E-Zigaretten-Raucher werden daher nur in das Programm aufgenommen, wenn sie zuvor entsprechend lange und intensiv herkömmliche Zigaretten konsumiert haben.

Der Experte betont jedoch: „Rauchen in jeder Form bleibt ungesund. Ob Zigaretten, E-Zigaretten oder Vapes – die Rauchentwöhnung sollte für alle das primäre Ziel sein.“ Sobald ausreichende Studien zur Risikobewertung von E-Zigaretten vorliegen, könnten auch diese Konsumenten in das Screening-Programm aufgenommen werden.

So erhalten Sie einen Screening-Termin

Personen, die die genannten Kriterien erfüllen, können sich an ihren Hausarzt, Internisten oder einen Lungenfacharzt wenden. Ein schriftlicher Nachweis über den Zigarettenkonsum ist nicht erforderlich. In einem ausführlichen Anamnese-Gespräch werden die Voraussetzungen für die Teilnahme am Screening geprüft.

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Der behandelnde Arzt kann den Patienten dann in das Programm aufnehmen und an eine qualifizierte radiologische Praxis überweisen. „Um die Untersuchung durchführen zu können, müssen die Ärzte speziell dafür zertifiziert sein“, erklärt Prof. Taube. Zurzeit werden zahlreiche Weiterbildungsangebote für Mediziner bereitgestellt, um die flächendeckende Umsetzung des Programms zu gewährleisten.

Nicht jeder auffällige Befund bedeutet Krebs

Prof. Schuler gibt Entwarnung: „Wenn durch das Screening eine Auffälligkeit in der Lunge festgestellt wird, handelt es sich in den meisten Fällen nicht um einen bösartigen Tumor.“ Die langjährige Belastung durch Rauchen kann zu verschiedenen Lungenerkrankungen wie COPD führen, die Entzündungen oder Narbenbildung verursachen.

Bei unklaren Befunden wird eine engmaschige Nachuntersuchung innerhalb von drei bis sechs Monaten empfohlen. Anhand der Wachstumsrate der Lungenherde kann dann entschieden werden, ob weitere Maßnahmen notwendig sind. Die regelmäßige Teilnahme am Screening kann nachweislich Leben retten und sollte daher von berechtigten Personen unbedingt wahrgenommen werden.