Darmspiegelung: Studie zeigt reduziertes Krebsrisiko
Darmspiegelung senkt Krebsrisiko – Studie

Eine umfassende Langzeitstudie mit rund 84.600 Teilnehmern aus Norwegen, Polen und Schweden belegt, dass eine Darmspiegelung das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, deutlich senken kann. Die Forscher beobachteten die Probanden über einen Zeitraum von 13 Jahren und verglichen diejenigen, die eine Einladung zur Vorsorgeuntersuchung erhielten, mit einer Kontrollgruppe ohne Einladung.

Zentrale Ergebnisse der Studie

In der Gruppe, die zur Darmspiegelung eingeladen wurde, erkrankten 1,46 Prozent der Teilnehmer an Darmkrebs. In der Kontrollgruppe, die keine Einladung erhielt und somit auch keine Spiegelung durchführen ließ, lag die Erkrankungsrate bei 1,8 Prozent. Dies entspricht einer relativen Risikoreduktion von etwa 19 Prozent. Allerdings fiel der Effekt auf die Sterblichkeit geringer aus: In der Vorsorgegruppe starben 0,41 Prozent an Darmkrebs, während es in der Kontrollgruppe 0,47 Prozent waren.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Die Studie zeigt, dass Männer stärker von der Darmspiegelung profitieren als Frauen. Bei Männern lag das Erkrankungsrisiko mit Vorsorge bei 1,69 Prozent, ohne Vorsorge bei 2,19 Prozent. Bei Frauen war der Unterschied mit 1,24 zu 1,43 Prozent weniger ausgeprägt. Die Forscher vermuten, dass biologische Faktoren oder Unterschiede in der Inanspruchnahme der Vorsorge eine Rolle spielen könnten.

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Warum der Sterblichkeitsvorteil begrenzt ist

Der vergleichsweise kleine Effekt auf die Sterblichkeit überraschte die Wissenschaftler. Studienautor Dr. Michael Bretthauer erklärt: „Die Überlebensraten bei Darmkrebs haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Bessere Operationsmethoden, moderne Strahlentherapien und Immuntherapien erhöhen die Chancen nach einer Diagnose erheblich.“ Dadurch sei der Vorteil der Früherkennung auf das Überleben geringer als früher. Dennoch bleibt die Darmspiegelung ein wichtiges Instrument zur Prävention.

Methodische Anmerkungen

Eine Schwäche der Studie ist, dass die Daten aller eingeladenen Teilnehmer ausgewertet wurden, unabhängig davon, ob sie tatsächlich an der Darmspiegelung teilnahmen. Von den 28.217 eingeladenen Personen ließen sich nur 42 Prozent untersuchen. Da diese Nicht-Teilnehmer in der Analyse verblieben, könnte der tatsächliche Effekt der Darmspiegelung unterschätzt worden sein. Dennoch bestätigen die Ergebnisse den Nutzen der Vorsorgeuntersuchung.

Zusammenfassend zeigt die Studie: Eine Darmspiegelung senkt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, signifikant. Der Einfluss auf die Sterblichkeit ist vorhanden, aber aufgrund medizinischer Fortschritte begrenzt. Die Autoren empfehlen weiterhin die Teilnahme an Darmkrebs-Screenings.

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