In Strausberg in Brandenburg hat eine neue Reha-Klinik für herzkranke Kinder und ihre Familien eröffnet. Damit wird eine Versorgungslücke in Ostdeutschland geschlossen. Die Nachsorgeklinik am Straussee ist nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund die einzige Einrichtung der sogenannten familienorientierten Rehabilitation in den ostdeutschen Bundesländern.
Schwerpunkt Kinderkardiologie, Ausbau geplant
Der medizinische Schwerpunkt liegt zunächst auf der Kinderkardiologie. Perspektivisch ist eine Erweiterung auf die Kinderonkologie vorgesehen, wie die Klinik mitteilte. Die Einrichtung liegt östlich von Berlin in Strausberg.
Bislang nur wenige Kliniken in Deutschland
Bundesweit gibt es nur wenige Kliniken, die eine Rehabilitation für schwer kranke Kinder gemeinsam mit der gesamten Familie anbieten. Bisher existieren solche Einrichtungen in Tannheim bei Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg), Katharinenhöhe in Schönwald/Schwarzwald (Baden-Württemberg) und Bad Oexen bei Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen) für herzkranke Kinder. Für krebskranke Kinder kommt die Sylt-Klinik (Schleswig-Holstein) hinzu.
Ganze Familie wird therapeutisch betreut
Das besondere Konzept der familienorientierten Rehabilitation bezieht die komplette Familie der schwerkranken Kinder in den Reha-Aufenthalt ein. In Ostdeutschland gab es bisher kein entsprechendes Angebot. Die neue Klinik in Strausberg kann bei voller Auslastung künftig rund 600 Familien pro Jahr aufnehmen. Die Wartezeiten für die Familien-Reha liegen bundesweit bei bis zu zwei Jahren.
Politik und Stiftungen unterstützen das Projekt
Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke (SPD) bezeichnete die neue Klinik als einen Leuchtturm. „Sie ist ein Ort der Hoffnung, der Zuversicht und des neuen Lebensmuts vor allem für herzkranke Kinder und Jugendliche sowie ihre Angehörigen, die hier nach einem langen Leidensweg ebenfalls therapeutisch betreut werden“, sagte Wilke. „Dieser bedeutsamen Aufgabe widmen sich bundesweit nur fünf Kliniken, eine einzige im Osten des Landes.“
Die Nachsorgeklinik am Straussee ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Milaa gGmbH, die wiederum eine Tochter des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf ist. Die Baukosten beliefen sich auf 25 Millionen Euro, die von der gemeinnützigen Peter und Ingeborg Fritz Stiftung getragen wurden. Weitere 12 Millionen Euro für Ausstattung und Personal stammen größtenteils von der GLS Gemeinschaftsbank. Das Land Brandenburg bewilligte eine Bürgschaft in Höhe von 7,2 Millionen Euro.



