Wer will in einem Handwerk arbeiten, das ausstirbt? Diese Frage stellt sich angesichts des schwindenden Berufsstands der Kürschner. Helene Schipper ist die letzte Auszubildende in diesem Fach in Deutschland. Sie lernt, Pelze zu zerlegen und zu verarbeiten – und haucht tot geglaubten Stoffresten neues Leben ein. Von Freundinnen und Freunden muss sie sich dafür mitunter anhören, sie sei Tierquälerin. Doch sie liebt ihren Job und kämpft gegen Vorurteile.
Pelz: Ein umstrittener Stoff mit Comeback-Potenzial
Schon seit vielen Jahren hat der Pelz nicht den besten Ruf. Sein Image ist angestaubt, gestrig und problematisch – auch dank der Lobbyarbeit vieler Tierschützer. Trotzdem schafft der umstrittene Stoff immer wieder das große Comeback in unsere Kleiderschränke. Junge Kundinnen wünschen sich Secondhand-Mäntel aus Pelz, auch Designer wagen sich wieder an die Nerzoptik. Gefragt ist der Pelz also schon noch – arbeiten will damit aber kaum jemand.
Helene Schipper: Ein Unikat in der Werkstatt
Helene Schipper ist deshalb ein Unikat. Umgeben von Schnittmustern aus den letzten Jahrzehnten arbeitet sie in ihrer Werkstatt in Münster. Die einen sehen Tierquälerei, die anderen ein sterbendes Handwerk. Doch Schipper lässt sich nicht beirren. Meine Kollegin Andrea Paarsch hat sie besucht und sie genau das gefragt: Warum strebt sie in ein Handwerk, das ausstirbt – und das noch dazu einen so schlechten Ruf hat?
Kampf gegen Vorurteile und für die Zukunft
Helene Schipper kämpft gegen Vorurteile und sieht ihre Zukunft positiv. Sie ist überzeugt, dass Pelz nachhaltig sein kann, wenn er aus zweiter Hand stammt und verarbeitet wird. Die Nachfrage nach Secondhand-Pelz zeigt, dass der Stoff nicht tot ist. Vielleicht ist sie die letzte ihrer Art, aber sie gibt dem Handwerk eine neue Chance.



