Im Goitzsche Klinikum in Bitterfeld wird ein neues Verfahren zur Behandlung von Lungenarterien-Embolien eingesetzt. Die sogenannte Ekos-Therapie nutzt Ultraschall, um verstopfte Lungengefäße zu öffnen. Chefarzt Dr. med. Anwar Hanna von der Medizinischen Klinik I zieht eine erste positive Bilanz.
Hintergrund der Erkrankung
Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 80.000 Menschen an einer akuten Lungenarterien-Embolie. Dabei handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Verschluss eines Lungengefäßes durch ein eingeschwemmtes Blutgerinnsel. Bisherige Behandlungsmethoden umfassen unter anderem die Gabe von Blutverdünnern oder operative Eingriffe.
Die Ekos-Therapie im Detail
Die Ekos-Therapie kombiniert Ultraschall mit der lokalen Gabe von gerinnselauflösenden Medikamenten. Ein Katheter wird über die Leiste bis zur Lungenarterie vorgeschoben. Dort sendet er Ultraschallwellen aus, die das Blutgerinnsel aufweichen. Gleichzeitig wird das Medikament direkt an Ort und Stelle verabreicht. Dies ermöglicht eine gezielte und effektive Auflösung des Gerinnsels.
Erste Erfahrungen im Goitzsche Klinikum
Dr. Hanna berichtet, dass die ersten Behandlungen vielversprechend verlaufen seien. Die Patienten hätten von einer schnellen Besserung ihrer Symptome profitiert. Die Komplikationsrate sei gering, und die Verweildauer im Krankenhaus habe sich verkürzt. Das Goitzsche Klinikum ist eines der ersten Häuser in der Region, das diese innovative Methode anwendet.
Vorteile gegenüber herkömmlichen Verfahren
Im Vergleich zur systemischen Thrombolyse, bei der das Medikament über den Blutkreislauf verteilt wird, bietet die Ekos-Therapie eine höhere Wirksamkeit bei geringeren Nebenwirkungen. Auch gegenüber operativen Eingriffen ist sie weniger invasiv. Die Patienten erholen sich schneller und können früher entlassen werden.
Ausblick
Das Goitzsche Klinikum plant, die Ekos-Therapie weiter auszubauen und noch mehr Patienten mit Lungenarterien-Embolie diese Behandlung anzubieten. Dr. Hanna betont, dass die frühzeitige Diagnose und Behandlung entscheidend für den Erfolg sei. Das Klinikum arbeitet eng mit den Rettungsdiensten zusammen, um die Therapiezeit zu verkürzen.
Die Ekos-Therapie könnte in Zukunft eine Standardbehandlung bei Lungenembolien werden. Das Goitzsche Klinikum leistet mit seiner Pionierarbeit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Patientenversorgung.



