Erste Gesundheitsmesse im Boitzenburger Land zeigt umfassende Pflegehilfen
Im Marstall von Boitzenburg fand kürzlich die erste Gesundheitsmesse des Boitzenburger Landes statt, die eine beeindruckende Palette an Hilfsangeboten für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen präsentierte. Über 20 Dienstleister der Gesundheitsbranche nutzten die Gelegenheit, ihre Services vorzustellen und persönliche Beratungen anzubieten.
Vielfältige Angebote für Pflege und Entlastung
Die Messe wurde maßgeblich von Elli Horn, der 75-jährigen Koordinatorin für Pflege vor Ort, und Nicole Urbanek von der Gemeindeverwaltung organisiert. Die Besucher konnten sich bei Einrichtungen wie dem Pflegestützpunkt Uckermark, ambulanten Pflegediensten, Alltagshelfern und Wohlfahrtsverbänden informieren. Eine 68-jährige Boitzenburgerin, die bisher die Pflege ihres Mannes allein stemmte, fand hier konkrete Lösungen: Über die Verhinderungspflege kann sie stunden- oder tageweise Betreuung organisieren und sogar Pflegeurlaub in Anspruch nehmen.
Einige Pflegedienste bieten spezielle Rundumpakete an, die Übernachtungen, Fahrdienste und Pflege am Urlaubsort für Gruppen bis zu neun Teilnehmern umfassen. Diese Angebote wurden von Annette Ambrozik und Katrin Henke vom Pflegedienst Bon Vital detailliert vorgestellt.
Moderne Technologien und ehrenamtliche Unterstützung
Ein besonderes Augenmerk lag auf modernen Hilfsmitteln wie mobilen Hausnotrufsystemen. Steffi Schwarz vom DRK präsentierte ein neues mobiles Gerät, mit dem Nutzer von unterwegs per Knopfdruck Hilfe rufen können. Bisher gab es solche Lösungen nur stationär für das Zuhause, erklärte sie. Besucher wie Frau Krüger aus Lychen nutzten die Messe, um sich rechtzeitig über verschiedene Angebote zu informieren und zu vergleichen.
Die ehrenamtliche Initiative Pflege vor Ort zeigte, wie wichtig Nachbarschaftshilfe und Gemeinschaftsaktivitäten sind. Monatliche Veranstaltungen in allen Ortsteilen – von Vorträgen und Festen bis zu Erzählcafés, Wassergymnastik oder Malaktionen – helfen, der Einsamkeit entgegenzuwirken. Elf Ehrenamtliche unterstützen Koordinatorin Elli Horn bei dieser Arbeit, wobei Inge Nitz bedauert, dass es an jüngeren Helfern fehlt.
Neutrale Beratung und politische Unterstützung
Der Pflegestützpunkt in Templin wird ab April durch eine zusätzliche Sozialberaterin verstärkt. Pflegeberaterin Angela Hermann bietet sogar Hausbesuche an, um bei Anträgen für Leistungen bis hin zur Nachbarschaftshilfe zu unterstützen. Sozialdezernent Henryk Wichmann kündigte an, dass diese Hilfen künftig unbürokratischer organisiert werden sollen, mit einem zentralen Ansprechpartner im Landkreis.
Bürgermeister Frank Zimmermann zeigte sich begeistert von der Resonanz der Messe und lobte das Engagement von Elli Horn: Als wir 2021 das Projekt starteten, wusste ich nicht, welche Dimension es annehmen würde. Private Unternehmer wie Daniel Haver trugen dazu bei, dass das Projekt auch finanziell unsichere Zeiten überstand.
Perspektiven für die Zukunft
Melanie Sachs von der Stephanus Stiftung berichtete, dass bereits 65 Pflegebedürftige und ihre Angehörige regelmäßig die Angebote des familienentlastenden Dienstes in Templin nutzen, inklusive Hol- und Bringdienst. Mit zwölf Prozent pflegebedürftigen Einwohnern in der Uckermark wird die Nachbarschaftshilfe immer wichtiger, da Fachkräfte knapp werden.
Die Messe bot auch Chancen für Nachwuchskräfte: Ian Harrel Odhiambo nutzte die Gelegenheit, sich bei Landtagsabgeordneter Ellen Fährmann für eine Ausbildung in der Pflege vorzustellen. Insgesamt hat die erste Gesundheitsmesse im Boitzenburger Land gezeigt, wie vielfältig und engagiert die Hilfsangebote in der Region sind – ein wichtiger Schritt für mehr Lebensqualität und Unterstützung im Alltag.



