Vom Pflegehelfer zur Dorfchefin: Neunfache Mutter Nancy Köpke leitet Seniorendorf in der Uckermark
Neunfache Mutter wird Chefin eines Seniorendorfes in der Uckermark (16.04.2026)

Vom Pflegehelfer zur Dorfchefin: Eine Mutter macht Karriere

Es ist das Jobangebot ihres Lebens, das Nancy Köpke (43) aus der Uckermark über Nacht zur Chefin eines ganzen Dorfes macht. Die neunfache Mutter leitet heute das Seniorendorf in der Neustädter Feldmark bei Prenzlau, das vom ambulanten Pflegedienst sab betrieben wird. Bis zu 45 pflegebedürftige Menschen können in der Einrichtung am Rande der Stadt betreut werden.

Die Frage, die alles veränderte

„Traust du dir das zu?“ Mit dieser entscheidenden Frage sah sich Nancy Köpke im Jahr 2025 konfrontiert. Schon vorher war der Uckermärkerin klar gewesen, dass sie nicht dauerhaft als schlecht bezahlte Hilfskraft in der Pflege arbeiten wollte. „Eigentlich sei die Ursprungsintention ja nur gewesen, sich weiterzubilden, um nicht mehr als Pflegehilfs-, sondern als Fachkraft entlohnt zu werden“, erinnert sich die 43-Jährige im Rückblick.

Von der Weiterbildung zur Leidenschaft

Doch dann entwickelte sich aus der ursprünglichen Motivation eine echte Leidenschaft. Mit jeder Aus- und Weiterbildung fand die Mutter von neun Kindern mehr Freude am Lernen. Gemeinsam mit ihren schulpflichtigen Kindern wälzte sie nächtelang Fachbücher und Lernmaterialien. Am Ende hielt sie nicht nur ihr Pflege-Examen in den Händen, sondern auch das begehrte PDL-Zertifikat (Pflegedienstleitung).

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„Damit ließ sich dann schon etwas anfangen auf dem hiesigen Arbeitsmarkt“, resümiert Nancy Köpke zufrieden. Ihre Qualifikationen öffneten ihr Türen, die sie sich zuvor kaum hätte vorstellen können.

Die große Chance und die mutige Entscheidung

Mitte 2026 erfuhr die engagierte Pflegefachkraft, dass die Firma sab eine Leiterin für ihren Prenzlauer Standort suchte. Erneut stellte sich die Frage: „Traust du dir das zu?“ Diesmal fragten nicht nur die Entscheider des ambulanten Pflegedienstes, sondern auch sie sich selbst ganz eindringlich.

Die Antwort kam schnell und entschlossen: „Ja, ich traue mich.“ Seitdem „befehligt“ die Frau aus dem Örtchen Damme an der A20 nicht nur 25 Kollegen, sondern trägt auch die Verantwortung für das Wohl zahlreicher pflegebedürftiger Menschen.

Herausforderung und Erfüllung

„Das ist ein harter Job“, räumt Nancy Köpke im Gespräch nachdenklich ein. „Aber es ist schön, so gefordert zu werden. Ich kann es mir nicht anders mehr vorstellen.“ Die Seniorendorf-Leiterin möchte mit ihrem außergewöhnlichen Werdegang anderen Menschen Mut machen, sich an Herausforderungen zu wagen und nicht an einem Punkt stehenzubleiben.

„Hätte mir vor ein paar Jahren jemand gesagt, dass ich mal ein Seniorendorf leite - ich hätte ihn sicher ausgelacht. Oder vielleicht auch nicht, denn schon damals wusste ich, dass ich nicht die schlecht bezahlte Hilfskraft bleiben will.“

Der Preis des Erfolgs

Der Preis für die bessere Entlohnung und die verantwortungsvolle Position ist allerdings hoch. Seitdem sie Chefin ist, nimmt Nancy Köpke die Arbeit stets mit nach Hause. Tag für Tag aufs Neue. „In Gedanken ist man irgendwie immer beim Job“, gesteht die 43-Jährige.

„Angefangen von Personalangelegenheiten über die Betriebsabläufe bis hin zur Gewinnung neuer Klienten liegt schließlich alles auf meinem Tisch. Das bleibt nach Feierabend nicht im Büro, sondern geht mir auch beim Kartoffelschälen, Wäschewaschen und Fernsehgucken daheim noch durch den Kopf.“

Team und Familie als Rückhalt

Zu schaffen sei diese immense Belastung nur, weil sie ihr Team hinter sich wisse, allen voran ihre Stellvertreterin. Die Seniorendorf-Leiterin ist zuversichtlich, dass sie gemeinsam auch weiterhin alle Herausforderungen meistern werden.

Besonders wichtig ist ihr dabei der Rückhalt ihrer Familie: „Diese hat von Anfang an immer an mich geglaubt.“ Ohne die Unterstützung ihres großen Familienverbundes wäre der steile Aufstieg von der Pflegehilfskraft zur Dorfchefin kaum denkbar gewesen.

Nancy Köpkes Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie sich durch Entschlossenheit, kontinuierliche Weiterbildung und den Glauben an die eigenen Fähigkeiten auch ungewöhnliche Karrierewege in der Pflegebranche realisieren lassen.

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