Historische Brauerei in Templin für renommierten Architekturpreis nominiert
Die Umwandlung eines denkmalgeschützten Industriegebäudes aus dem 19. Jahrhundert in ein modernes, inklusives Wohnquartier hat Fachleute nachhaltig beeindruckt. Das Berliner Architekturbüro Urbansky Architekten hat mit dem Projekt Alte Brauerei Templin unter mehr als 600 Bewerbern den Sprung ins Finale des Deutschen Immobilienpreises geschafft. Dieser Preis gilt als das Qualitätssiegel der Immobilienbranche und zeichnet jährlich herausragende Professionalität sowie Innovationskraft aus.
Vom Industriedenkmal zum Wohnquartier
Lange Zeit stand das 1890 errichtete Industriedenkmal der alten Brauerei in der Templiner Bahnhofstraße leer. Das Architekturbüro Urbansky Architekten hat dort für eine engagierte Bauherrengemeinschaft insgesamt 22 Wohneinheiten realisiert. Diese verteilen sich auf drei denkmalgeschützte Gebäude und einen ergänzenden Neubau. Es handelt sich dabei um ein knapp zweistelliges Millionenprojekt, das Mitte dieses Jahres mit der Fertigstellung der Außenanlagen abgeschlossen werden soll. Anschließend ist der Einzug der ersten Bewohner geplant.
Eine unabhängige Fachjury hat das Projekt in der Kategorie Green Projekt nominiert, und zwar wegen der konsequenten Verbindung von Denkmalschutz und ökologischer Verantwortung. Durch die behutsame Sanierung des historischen Bestands wurden wertvolle Ressourcen geschont und die Identität des Standorts bewahrt. Die Umwandlung des Industriegebäudes in Wohnraum erfolgte unter strikter Wahrung des Denkmalschutzes, betonen die Verantwortlichen. Besonders bemerkenswert ist die Integration vorhandener Fledermausquartiere im historischen Eiskeller, die nicht nur erhalten, sondern als zentraler Bestandteil in die Planung einbezogen wurden.
Soziale und ökologische Aspekte im Fokus
Das Projekt konnte bei der Nominierung zusätzlich punkten, weil es von einer engagierten Gruppe statt eines klassischen Bauträgers realisiert wurde. Dies ermöglichte individuelle Mitgestaltung und schuf einen besonderen Gemeinschaftsgeist. Der historische Sudraum fungiert nun als großzügiger Gemeinschaftssaal mit Galerie und bildet den sozialen Mittelpunkt des gesamten Quartiers. Ein Aufzug sowie ein durchdachtes, barrierefreies Design ermöglichen ein harmonisches Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen.
Durch die zentrale Lage in Templin ist eine direkte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gegeben, was die Nutzung von Bahn und Fahrrad fördert. Zudem senkt das implementierte Energiekonzept nachhaltig den CO₂-Ausstoß und reduziert die laufenden Betriebskosten im Alltag. Wir hatten von Beginn an vor, die alte Gebäudesubstanz behutsam durch neue Substanz zu ergänzen, erklärt Malte Schröder, Geschäftsführer von Urbansky Architekten. Man habe bewusst auf überflüssige Ressourcen verzichtet und auf langlebige Architektur gesetzt, die langfristig Raum für gemeinschaftliches Leben biete.
Ausblick und feierliche Entscheidung
Noch fehlt in diesem Ensemble ein abschließender Neubau für ein soziales Wohnprojekt als Lückenschluss hin zur Bahnhofstraße. Wir sind noch auf der Suche nach einer Wohnungsbaugesellschaft oder -genossenschaft, die mit uns zusammen ein solches Vorhaben entwickeln möchte, so Schröder weiter. Ob das Büro Urbansky Architekten mit ihrem Templiner Projekt die begehrte Trophäe in der Kategorie Green Project gewinnt, entscheidet sich am 25. März bei der feierlichen Gala im Palladium in Köln. Die Nominierung allein ist bereits eine große Ehre und bestätigt den innovativen Ansatz dieses nachhaltigen Wohnprojekts.



