Brückenbau im Einetal: 401-Meter-Stahlbetonkoloss wird im Taktschiebeverfahren über das Tal geschoben
Trotz Schnee und leichtem Frost schreitet der Bau der neuen Einetalbrücke bei Aschersleben unvermindert voran. Die 401 Meter lange Brücke wird im sogenannten Taktschiebeverfahren errichtet, wobei Abschnitte von jeweils 20 Metern langsam über das Tal geschoben werden.
Das Taktschiebeverfahren: Präzision im Zentimetertakt
Ein leises Summen und Knirschen ist zu hören, während sich der massive Stahlbetonkoloss wie eine überdimensionale Schildkröte aus seinem Bau schiebt. Aus dem Beton des jüngsten Abschnitts ragen die überlappenden Bewehrungsstahlenden und die Spannstähle in den Schläuchen hervor. Das Verfahren arbeitet im Zentimetertakt: Immer 30 Zentimeter wird geschoben, dann folgt eine Pause, in der die Presse herunter- und zurückfährt.
Seit mehreren Monaten wird jeden Montag über dem Einetal nahezu unsichtbar geschoben. Die Brückenbauer setzen dabei auf höchste Präzision, um den tonnenschweren Bauwerksteil sicher über die Pfeiler gleiten zu lassen. Trotz der winterlichen Witterungsbedingungen mit Schnee und leichtem Frost wird kontinuierlich gearbeitet, um den Zeitplan einzuhalten.
Technische Herausforderungen und Baufortschritt
Die Einetalbrücke stellt mit ihrer Länge von 401 Metern eine besondere Herausforderung dar. Das Taktschiebeverfahren ermöglicht es, die Brücke abschnittsweise vorzufertigen und dann schrittweise in Position zu bringen. Dies reduziert nicht nur die Bauzeit, sondern minimiert auch die Beeinträchtigungen für die Umgebung.
Der Blick auf die Kante des Beton-Ungetüms verrät die langsame, aber stetige Bewegung. Die Bewehrungsstähle, die meterlang aus dem Beton ragen, erinnern an Igelstacheln und sind ein charakteristisches Merkmal dieses Bauverfahrens. Jeder Schub von 30 Zentimetern wird sorgfältig überwacht, um die Stabilität und Sicherheit des Bauwerks zu gewährleisten.
Die Brücke ist Teil der Ortsumfahrung Aschersleben und soll zukünftig den Verkehr entlasten und die Anbindung der Region verbessern. Der Baufortschritt zeigt, wie moderne Ingenieurskunst selbst unter schwierigen Bedingungen effizient umgesetzt werden kann.



