Albtraum in schwindelerregender Höhe: Fahrstuhlpanne im Tokyo Skytree
Für Fahrstuhlbenutzer ist es die ultimative Horrorvorstellung: In schwindelerregender Höhe plötzlich festzustecken. Genau dieses Szenario erlebten 20 Besucher des berühmten Tokyo Skytree in Japans Hauptstadt. Der Ausflug auf den höchsten Fernsehturm der Welt verwandelte sich für die Betroffenen, darunter zwei Kinder, in eine extreme Geduldsprobe von mehr als fünf Stunden.
Nächtliche Rettungsaktion gleicht einem Krimi
Aus zunächst unbekannter Ursache blieb der Aufzug auf dem Rückweg von der Aussichtsplattform in 350 Metern Höhe plötzlich stehen. Die eingeschlossenen Personen, die sich in etwa 30 Metern Höhe befanden, mussten bis tief in die Nacht ausharren. Gegen 2.00 Uhr morgens Ortszeit konnten sie schließlich befreit werden, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete. Zum Glück wurde niemand verletzt.
Während der gesamten Zeit hielten herbeigeeilte Polizeibeamte und andere Helfer telefonischen Kontakt mit den Eingeschlossenen. Die Rettungsaktion gestaltete sich äußerst komplex und erforderte innovative Lösungen.
Innovative Rettung über Metallbrücke
Die nächtliche Befreiungsoperation entwickelte sich zu einem technischen Meisterwerk. Zunächst wurde ein benachbarter Aufzug auf exakt dieselbe Höhe des feststeckenden Fahrstuhls abgesenkt. Anschließend öffneten die Retter die Notausgänge beider Aufzüge und installierten eine spezielle Metallbrücke mit sicheren Handläufen.
Diese Brücke überwand die Distanz von etwas mehr als einem Meter zwischen den beiden Aufzugskabinen. Über diese provisorische Passage konnten alle 20 Personen schließlich sicher in den funktionierenden Aufzug gelangen und wurden unversehrt in Sicherheit gebracht.
Tokyo Skytree: Modernes Wahrzeichen mit beeindruckender Geschichte
Der Tokyo Skytree, der 2012 eröffnet wurde, ist nicht nur der höchste Fernsehturm der Welt, sondern auch ein bedeutendes Symbol moderner japanischer Ingenieurskunst. Mit seinen 634 Metern Höhe ist das Bauwerk nach dem Burj Khalifa in Dubai und dem Merdeka 118 in Kuala Lumpur das dritthöchste Gebäude weltweit.
Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass dieser gigantische Turm im hochgradig erdbebengefährdeten Japan errichtet wurde und sogar das verheerende Beben vom 11. März 2011 unbeschadet überstanden hat. Ein japanischer Minister bezeichnete dies damals als „bedeutende Botschaft an die Welt“ und als Triumph der japanischen Bautechnologie.
Heute zählt der Tokyo Skytree zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Tokios für einheimische Besucher und internationale Touristen gleichermaßen. Das jüngste Fahrstuhldrama hat jedoch gezeigt, dass selbst in hochmodernen Bauwerken unvorhergesehene Zwischenfälle passieren können.



