Magdeburger Tüftler baut Mini-Camper aus Kinderanhänger für nur 300 Euro
Mini-Camper aus Kinderanhänger für 300 Euro gebaut (28.02.2026)

Magdeburger verwandelt Kinderanhänger in fahrbaren Untersatz

Marco Düsterhöft aus Magdeburg hat mit handwerklichem Geschick und minimalem Budget etwas Außergewöhnliches geschaffen: Aus einem einfachen Kinderfahrradanhänger baute der 56-Jährige einen voll funktionsfähigen Mini-Camper, in dem er sogar übernachten kann. Für lediglich 300 Euro Materialkosten entstand innerhalb von drei Wochen ein mobiles Zuhause, das mittlerweile weltweit Aufmerksamkeit erregt.

Inspiration in der Pandemie-Zeit

Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Projekt reifte bereits länger in Düsterhöft, doch erst während der Corona-Pandemie setzte er sie um. „Als die Reisebeschränkungen kamen und meine Filmproduktionsfirma weniger Aufträge hatte, fand ich die Zeit für dieses Vorhaben“, erklärt der Magdeburger. Inspiriert wurde er durch den Amerikaner Paul Elkins, der ähnliche Fahrradanhänger konstruiert, sowie durch Rene Kreher aus Leipzig, der parallel an einem vergleichbaren Projekt arbeitete.

Während Kreher auf Aluminium setzte, wählte Düsterhöft zehn Quadratmeter XPS-Hartschaumplatten für 80 Euro als Baumaterial. „Diese Platten sind leicht, stabil und bieten gute Wärmedämmung“, so der Tüftler. Aus dem Kinderanhänger-Untergestell entstand das Fahrwerk, während Fenster, Tür und ein Solarpanel auf dem Dach für Komfort und Energieunabhängigkeit sorgen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Solarbetriebene Unabhängigkeit

Das installierte Solarpanel ermöglicht es Düsterhöft, eine 12-Volt-Heizdecke zu betreiben und gleichzeitig Strom für Beleuchtung, einen Wasserkocher sowie Ladegeräte für Kamera und Handy zu erzeugen. „Im Winter lade ich die Akkus zu Hause vor, wenn die Sonne nicht ausreicht“, erklärt er. Aktuell überlegt er noch den Einbau eines Mini-Ofens, doch der begrenzte Platz im nur zwei Meter langen, 83 Zentimeter breiten und 135 Zentimeter hohen Gefährt stellt dabei eine Herausforderung dar.

Gemeinschaft und neue Pläne

Mit seinem Mini-Camper ist Düsterhöft regelmäßig in der Magdeburger Umgebung unterwegs, manchmal für mehrere Tage am Stück. Beim 1. Fahrradwohnwagentreffen 2021 bei Gera traf er auf Gleichgesinnte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Das nächste Treffen findet vom 20. bis 23. August am Mondsee bei Zeitz statt“, verrät der Abenteuerlustige.

Trotz seiner Begeisterung für das minimalistisches Leben bleibt Düsterhöft realistisch: „Das Leben im Camper wirkt befreiend, aber meine Knochen spüren das Krabbeln im engen Raum deutlich.“ Deshalb plant er bereits ein größeres Modell für sich, seine Frau Claudia und die gemeinsame Hündin Mika. „Ich möchte eine Schubladenfunktion integrieren, um die Breite individuell anpassen zu können“, so seine Idee. Eine Liegefläche von 1,40 mal 2,00 Meter über den Radkästen soll mehr Komfort bieten.

Weltweite Resonanz und Philosophie

Düsterhöfts kreative Projekte finden international Beachtung. „Täglich erreichen mich Anfragen aus Kanada, Pakistan, Russland, Argentinien und vielen anderen Ländern“, berichtet er. Seine Social-Media-Videos erreichen regelmäßig zehntausend bis mehrere hunderttausend Aufrufe. Ein Video, in dem er mitten im Schnee campiert und sich Kaffee brüht, sahen innerhalb von zwei Monaten sogar zehn Millionen Menschen.

„Viele unterschätzen, wie viel Arbeit in diesen kurzen Videos steckt“, erklärt Düsterhöft, der seit über 30 Jahren eine Filmproduktionsfirma betreibt. „Was in Wirklichkeit zehn Minuten dauert, erscheint im Video oft als Fünf-Sekunden-Sequenz.“

Seine Frau Claudia teilte zunächst die Begeisterung für das Projekt und half beim Bau eines rosa-farbenen Zweitexemplars. Doch die Enge des Mini-Campers erwies sich als zu großes Hindernis. „Selbst die geöffnete Tür half nicht – die Nacht wurde für sie zum Horror“, erinnert sich Düsterhöft. Nun setzen beide auf das geplante größere Modell.

In diesem Sommer planen Marco und Claudia Düsterhöft eine Reise nach Rügen, wo sie ein Ferienhaus gemietet haben. „Wir waren 2019 das letzte Mal an der Ostsee, die wir so lieben“, sagt Düsterhöft. Daneben verbringen sie regelmäßig Zeit in einer Hütte im Harz ohne Strom und fließendes Wasser – ihrem persönlichen Rückzugsort.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Marco Düsterhöft begeistert mit seiner Vorliebe für das Einfache und Ursprüngliche viele Menschen und motiviert sie, den Luxus des Minimalismus zu entdecken. Seine Philosophie bringt er auf den Punkt: „Der Weg ist das Ziel.“