Berben und Lauterbach: Ein fast perfektes Paar im neuen Kinofilm
Zum ersten Mal in ihrer langen Karriere stehen Iris Berben und Heiner Lauterbach als romantisches Paar vor der Kamera. In dem neuen Kinofilm „Ein fast perfekter Antrag“ verkörpern sie Walter und Alice, deren Liebesgeschichte nach vier Jahrzehnten eine unerwartete Wendung nimmt. Die 75-jährige Berben kommentiert diese Zusammenarbeit mit den Worten: „Es war an der Zeit.“ Sie beschreibt die Dreharbeiten als professionell, leidenschaftlich und inspirierend – vergleichbar mit einer klugen Choreographie.
Eine Liebesgeschichte mit vierzigjähriger Pause
Die Handlung beginnt mit Walters jungem Versuch, seiner Jugendliebe Alice einen Heiratsantrag zu machen. Durch eine ausgeklügelte Kettenreaktion soll der Antrag perfekt werden, doch alles geht schief. Alice ergreift die Flucht, und vierzig Jahre vergehen, ohne dass sich die beiden wiedersehen.
Das unerwartete Wiedersehen findet in einem Sushi-Restaurant statt, wo Walter, mittlerweile Witwer und leidenschaftlicher Online-Bewertungsverfasser, auf Alice trifft. Blitzschnell keimt in ihm der Gedanke, diese Frau doch noch für sich zu gewinnen. Sein gekränktes Ego aus vergangenen Tagen treibt ihn an, die Schmach von einst wiedergutzumachen.
Herausforderungen einer späten Romanze
Alice, Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Regensburg, zeigt sich jedoch wenig begeistert. Sie schätzt ihr freies und eigenständiges Leben und hat keine Lust, sich zu binden – schon gar nicht an Walter, den sie für egozentrisch und wenig interessiert an ihrem Leben hält.
Um das Gegenteil zu beweisen, schreibt sich Walter an der Universität ein und besucht ihre Kunstvorlesungen. Dabei muss er sich nicht nur mit einem ihm fremden Fach auseinandersetzen, sondern auch mit einer Studentengeneration, die er kaum versteht.
Wandlung und Happy End
Doch wie in romantischen Komödien üblich, kommt es zur Wandlung: Walter entdeckt Toleranz und Spontaneität, erkennt, dass das Leben mehr zu bieten hat als Basteln in der Garage oder das Schreiben von Online-Bewertungen. Am Ende finden die beiden Ex-Partner glücklich zueinander.
Kritische Stimmen zum Film
Beide Hauptdarsteller äußerten sich im Interview kritisch zu intimen Liebesszenen. Lauterbach (72) sagte: „Wilde Sexszenen, das brauche ich persönlich nicht. Abgesehen davon finde ich die meisten Sexszenen in Filmen überflüssig.“ Berben wünscht sich mehr Liebesfilme mit und für ältere Menschen: „Die Bedürfnisse sind ja keine anderen, ob man 20, 30, 40 oder 50 ist. Liebe und Wahrnehmung und gesehen werden und miteinander teilen wollen ist ein Wunsch, den Menschen in jedem Alter haben.“
Die Handlung des Films von Regisseur Marc Rothemund bleibt vorhersehbar, was bei romantischen Komödien nicht ungewöhnlich ist. Kritiker bemängeln jedoch, dass Walters Wandlung in zu abrupten Schüben erfolgt und dadurch aufgesetzt wirkt. Zudem bleibt unklar, was die beiden Charaktere wirklich aneinander fasziniert.
Das Drehbuch steuert zu gehetzt auf das obligatorische Happy End zu, ohne den Figuren und ihren Beziehungen ausreichend Zeit zur Entwicklung zu geben. Dennoch überzeugen die Hauptdarsteller durch ihre Chemie und ihr großes Potenzial.
Regensburg als heimlicher Star
Ein besonderes Highlight des Films ist der Drehort Regensburg. Während Städte wie Berlin oder München häufig als Kulisse für romantische Komödien dienen, ist Regensburg bislang eher selten in dieser Rolle zu sehen. Die Stadt an der Donau mit ihrer Steinernen Brücke und der malerischen Altstadt erweist sich als perfekte Kulisse und wird so zum heimlichen Star des Films.



