Der iranische Regisseur Asghar Farhadi hat beim Filmfestival in Cannes scharfe Kritik an der Niederschlagung regierungskritischer Proteste in seiner Heimat sowie an den Luftangriffen der USA und Israels im Irankrieg geübt. Bei einer Pressekonferenz am Freitag verurteilte er den Tod zahlreicher Zivilisten und forderte ein Ende der Gewalt.
Farhadis deutliche Worte in Cannes
Farhadi beklagte „den Tod zahlreicher Unschuldiger, von Kindern und Zivilisten“ bei den Luftangriffen der USA und Israels auf Iran. „Und vor diesem Krieg gab es den Tod zahlreicher Demonstranten, Menschen, die auf die Straße gegangen waren, um zu protestieren, die ebenso unschuldig waren und massakriert wurden“, fügte der 54-jährige Regisseur hinzu. Diese beiden Ereignisse seien äußerst schmerzhaft und würden niemals vergessen werden.
Hintergrund des Irankriegs
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Irankrieg begonnen. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Seit dem 8. April gilt eine brüchige Waffenruhe. Bei den regierungskritischen Protesten in Iran Anfang des Jahres waren den iranischen Behörden zufolge mehr als 3000 Menschen getötet worden. Im Ausland ansässige Nichtregierungsorganisationen schätzten die Zahl der Getöteten hingegen weitaus höher ein; auf 7000 bis 35.000 Menschen, unter ihnen vor allem Demonstrierende.
Farhadis Erfolg in Cannes
Farhadi, der 2012 und 2017 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewann, tritt mit seinem jüngsten Werk „Histoires parallèles“ (Parallele Geschichten) im Wettbewerb um die Goldene Palme in Cannes an. Der Film thematisiert ebenfalls gesellschaftliche Konflikte und die Folgen von Gewalt. Farhadi nutzte die Bühne in Cannes, um auf die humanitäre Krise in seiner Heimat aufmerksam zu machen und die internationale Gemeinschaft zum Handeln aufzurufen.



