Horst Schlämmer sucht das Glück: Kerkelings Kultfigur kehrt mit heiterer Nummernrevue zurück
Horst Schlämmer sucht das Glück: Kerkelings Rückkehr ins Kino

Horst Schlämmer sucht das Glück: Kerkelings Kultfigur kehrt zurück

Es schlämmert wieder in den deutschen Kinos. Hape Kerkeling schlüpft erneut in die Rolle des stellvertretenden Chefredakteurs des Grevenbroicher Tagblatts und begibt sich auf eine Mission quer durch die Republik. Horst Schlämmer sucht das Glück - und das Publikum darf ihn dabei begleiten.

Eine Mission für ganz Deutschland

Liebe Menschen da draußen - die Lage ist dramatisch! Mit diesen Worten startet Horst Schlämmer seine Reise. Die Figur, die bereits 2009 als Kanzlerkandidat auftrat, hat diesmal eine fast philosophische Aufgabe: Sie will herausfinden, wo in Deutschland noch Zufriedenheit und Zuversicht zu finden sind. Seit der Corona-Krise hätten die Menschen das Lächeln verlernt, konstatiert der semisensible Seismograf bundesdeutscher Befindlichkeit.

Kreuz und quer durch die Republik

Drehbuchautor Claudius Pläging und Regisseur Sven Unterwaldt schicken ihren Protagonisten an die unterschiedlichsten Orte:

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  • Lachyoga in einer Kurklinik in Bad Lobenstein
  • Schampus-Sause auf Sylt
  • Darkroom einer Domina, die im Erstberuf als Schaffnerin bei der Deutschen Bahn arbeitet

Geografisch ist die Handlung fein austariert - Norden, Süden, Osten, Westen kommen gleichermaßen vor. Ob dabei die quoten- und proporzgestählte ARD-Tochter Degeto als Koproduzentin ihre Finger im Spiel hatte, bleibt Spekulation.

Doppelbödigkeit und Kalauer

Hin und wieder deutet sich tatsächliche Tiefe an, etwa im Zusammenspiel mit Kamerafrau Anna. Die 25-Jährige, die beim Grevenbroicher Tagblatt in der Online-Redaktion arbeitet, begleitet Schlämmer auf seiner Reise und ruft den alten, weißen Mann des Lokaljournalismus immer wieder zur Räson. Oft biegt der Film jedoch in Richtung Kalauer ab, anstatt es mit mehr Tiefgang zu versuchen.

Gastauftritte und Improvisation

Ein weiteres Manko: Der anarchische Humor von Horst Schlämmer funktioniert am besten als Improvisation. Bei einer Kinoproduktion mit Drehbuch und großem Cast sind dem naturgemäß enge Grenzen gesetzt. Was alles hätte passieren können, zeigt sich am ehesten an den Gastauftritten:

  1. Bayerischer Ministerpräsident Markus Söder
  2. Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki

Sie kennen ja die Figur, die lässt sich nicht festlegen. Das Überraschende bleibt, sagt Hape Kerkeling über die Dreharbeiten mit Woelki. In diesen Momenten kann Schlämmer seine eigentlichen Stärken ausspielen.

Kerkelings Vermächtnis und musikalische Einlagen

Komiker Hape Kerkeling hat dem Publikum eine Reihe grandioser TV-Momente beschert. Von Königin Beatrix über den geifernden Kleingärtner Rico Mielke bis hin zur legendären Hurz-Performance reicht sein Repertoire. In der Langstrecke fällt die Bilanz etwas durchwachsener aus, wobei Kein Pardon von 1993 immer noch herausragt.

Musikalisch gibt es ebenfalls Highlights: Dank seiner Affinität zu Holland konnte Hape uns die Fußballhymne 'Blikkendag' von Sven Versteeg und Likke Pêhp empfehlen, so Regisseur Sven Unterwaldt. Wir haben die Rechte gekauft und eine deutsche Version davon gemacht. Die groovt durchaus - genauso wie die Auftritte von Comedienne Tahnee Schaffarczyk als Gabi Wampel.

Fernsehnostalgie und glückliche Momente

Wann immer Zeit dafür ist, schaut sich Schlämmer Ausschnitte aus fiktiven TV-Serien wie Familie zu verschenken, Kreuzfahrt unter Palmen oder Kommissarin Sittich an. Bei diesen kurzen Einspielern sitzt wirklich jedes Detail - und das macht, zumindest für den jeweiligen Moment, sehr glücklich.

Horst Schlämmer sucht das Glück kommt als heitere Nummernrevue daher. Regie: Sven Unterwaldt, Deutschland 2026, 93 Minuten, FSK: ab 6. Mit Hape Kerkeling und vielen anderen. Der Weg ist das Ziel - auch wenn er manchmal an der Oberfläche bleibt.

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