William Shatner wird 95: Eine lebenslange Reise durch die Galaxien der Kunst
Der US-amerikanische Schauspieler William Shatner, der als Captain James T. Kirk in der Kultserie Star Trek unsterblich wurde, feiert am 22. März seinen 95. Geburtstag. Doch der vielseitige Künstler zeigt keinerlei Anzeichen, sein Tempo zu verlangsamen. Im Gegenteil: Er stürzt sich mit verzerrter E-Gitarre in neue Abenteuer im Reich des Heavy Metal.
Vom Weltraum zur Bühne: Shatners unermüdliche Schaffenskraft
Auch mit 95 Jahren plant William Shatner keine Ruhephase. Sein aktuelles Projekt umfasst die Zusammenarbeit mit prominenten Metal-Größen für Cover-Versionen und eigene Kompositionen. „Ich habe den Weltraum erkundet. Ich habe die Zeit erkundet. Jetzt erkunde ich die Verzerrung“, verkündete er jüngst auf Instagram. Diese Aussage spiegelt seine lebenslange Neugier und kreative Unruhe wider.
Neben seiner musikalischen Expedition bleibt Shatner als Schauspieler höchst aktiv. Für seine Rolle des exzentrischen Anwalts in der Serie Boston Legal erhielt er zwei Golden Globes und einen Emmy. Er tourt weiterhin mit Theaterproduktionen, moderiert Fernsehshows und veröffentlicht regelmäßig Bücher. Seine Filmografie umfasst fast 240 Produktionen, dazu kommen Hunderte von Live-Auftritten und Regiearbeiten.
Die ewige Verbindung zu Star Trek
Trotz aller Diversifikation bleibt William Shatner untrennbar mit Captain Kirk verbunden. Die ursprüngliche Star Trek-Serie (1966-1969) entwickelte sich erst nach ihrer Absetzung in den USA zum weltweiten Kultphänomen. Durch Wiederholungen und internationale Ausstrahlungen - im ZDF ab 1972 als Raumschiff Enterprise - entstand ein beispielloser Hype.
Besonders legendär ist die Kuss-Szene zwischen Captain Kirk und Kommunikationsoffizierin Uhura (Nichelle Nichols) in der Folge Platos Stiefkinder aus dem Jahr 1968. Dies war der erste Filmkuss zwischen einer Schwarzen und einem Weißen im amerikanischen Fernsehen - ein bedeutendes kulturhistorisches Ereignis.
Die Serie bildete die Grundlage für sieben Kinofilme und sicherte Shatner ein materiell sorgenfreies Leben. Bis heute ist er regelmäßiger Gast auf Star Trek-Fan-Kongressen und trat sogar in einer Episode von The Big Bang Theory als karikierte Version seiner selbst auf.
Von der Einsamkeit zur Weltraummission
William Shatners frühe Jahre standen im Kontrast zu seinem späteren Erfolg. „Einsamkeit: Das war die Hölle, in der ich als Kind lebte“, beschreibt er seine Jugend. Als jüdisches Kind in einer mehrheitlich nicht-jüdischen Schule in Montreal fühlte er sich oft ausgeschlossen und hatte ein starkes Bedürfnis, gemocht zu werden.
Nach einem Wirtschaftswissenschafts-Studium zog es ihn in den 1950er Jahren nach New York, wo er in Nebenrollen in Filmen wie Die Brüder Karamasow (1958) und Urteil von Nürnberg (1961) debütierte. Nach Star Trek folgten Hauptrollen in Serien wie T. J. Hooker (1982-1986) und Boston Legal (2004-2008).
Ein Leben voller Leidenschaften und Rekorde
2021 schrieb William Shatner mit 90 Jahren Raumfahrtgeschichte: Als Passagier von Blue Origin wurde er der bis dahin älteste Mensch im Weltall. Diese Mission passt perfekt zu seinem berühmten Motto: „Dorthin gelangen, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen war.“
In seiner Autobiografie Lebe Lang ... und was ich auf meinem Weg lernte (2019) beschreibt er seine Arbeitsbesessenheit: „Ich weiß nicht, ab wann genau ich von der Arbeit wie besessen war, doch ich bin es noch immer.“ Leere Seiten im Terminkalender bezeichnet er als „nichts Erschreckenderes“.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit engagiert sich der viermal verheiratete Shatner als Pferde- und Hundezüchter, Naturschützer und Wohltäter. „Ich zähle mich zu den wenig Glücklichen, die niemals in Rente gehen werden“, erklärt er und betont seine Liebe zum Schauspielberuf.
Sein aktuelles Motto für die Metal-Projekte lautet: „Wir werden kühn headbangen, wo noch niemand zuvor geheadbangt hat“ - eine humorvolle Anspielung auf sein Star-Trek-Erbe. William Shatners Reise durch die Galaxien der Unterhaltung ist noch lange nicht beendet.



