Günther Maria Halmer: Ein Nachruf des Residenztheater-Intendanten
Nachruf auf Günther Maria Halmer vom Residenztheater

Günther Maria Halmer ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Ein enger Weggefährte aus dem Residenztheater erinnert sich an die letzte große Theaterarbeit mit dem beliebten Schauspieler. Andreas Beck, Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels, schreibt einen persönlichen Nachruf auf einen Künstler, der den Brandner Kaspar mit großer Hingabe geprägt hat.

Ein Schauspieler für die Ewigkeit

Andreas Beck, geboren in Mülheim an der Ruhr, studierte Kunstgeschichte, Soziologie und Theaterwissenschaft in München und Bologna. Seit der Spielzeit 2019/2020 ist er Intendant am Residenztheater. Er erinnert sich: Vor etwa einem Jahr begannen die Proben zum Brandner Kaspar. Ich freute mich sehr auf diese Produktion mit Günther Maria Halmer. Ich kannte ihn so, wie viele ihn kannten – aus dem Fernsehen als Tscharlie, als den Münchner par excellence.

Die Entstehung einer besonderen Rolle

Als Franz Xaver Kroetz den wunderbaren Brandner Kaspar für uns schrieb, hatte ich schon vorgebaut. Günther Maria Halmer und seine Frau waren häufige Gäste im Resi, und so lud ich ihn zu einem Getränk ein – mit einer leisen Absicht. Zwischen den Zeilen spürte ich, dass er nicht nur Lust auf Theater hatte, sondern perfekt für diese Rolle war. Ja, er wollte diese Rolle unbedingt einmal spielen.

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Er war ein wundervoller Kaspar Brandner. Eine Rolle, in der schon viele große bayerische Schauspieler geglänzt haben. Er liebte diese Rolle, das Stück, diese Arbeit. Umso schwerer fiel es ihm, sie nach nur zwölf Vorstellungen abzugeben. Er sagte mir damals, er sei krank und müsse pausieren. Ich versprach ihm, dass die Rolle und wir auf ihn warten würden.

Ein schwerer Weg und große Hoffnung

Günther Maria Halmer musste einen schweren Weg gehen. Er war sehr mutig. Es tut mir unendlich leid, dass wir – Felix von Manteuffel, Sigi Zimmerschied, das ganze Ensemble, Philipp Stölzl und ich – auf seine Rückkehr gehofft und gewartet haben! Auf den ersten, den ältesten Brandner-Bruder dieser Inszenierung.

Jetzt ist Günther Maria Halmer wie der Brandner im Paradies. Es halfen weder Kerschgeist noch gezinktes Blatt im Spiel. Verdammter Boanlkramer. Es war mir eine große Ehre. Ich verneige mich vor einem wundervollen, großen Schauspieler.

Ein letzter Applaus

Applaus und stehende Ovationen für Günther Maria Halmer. Und danke, danke Dir, lieber Günther, für so vieles! Du bleibst uns, dem Residenztheater und Deinem Publikum in herzlicher Erinnerung. Servus Brandner, Servus Günther.

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