Heute vor 80 Jahren wurde die Deutsche Film-Aktiengesellschaft (Defa) gegründet, die einstige Filmgesellschaft der DDR. Aus diesem Anlass hat Stefanie Eckert, Vorstand der Defa-Stiftung, drei besondere Filme ausgewählt, die man im Jubiläumsjahr unbedingt sehen sollte. „Das ist eine ganz schwierige Frage“, sagt Eckert, denn es gebe viele herausragende Werke. Ihre Vorschläge umfassen einen Spielfilm, einen Dokumentarfilm und einen Trickfilm, die alle auf unterschiedliche Weise die Vielfalt des Defa-Schaffens zeigen.
Spielfilm: „Sterne“ von Konrad Wolf
Der 1959 erschienene Film spielt während des Zweiten Weltkriegs in Bulgarien. Es handelt sich um eine sensibel erzählte Liebesgeschichte, die als einer der ersten Filme eines deutschen Regisseurs den Holocaust thematisiert. „Das ist eine wunderschöne Geschichte, die aber auch voller Trauer ist“, erläutert Eckert. Der Film ist unter anderem beim Streamingportal Filmfriend verfügbar.
Dokumentarfilm: „Winter adé“ von Helke Misselwitz
Aus dem Jahr 1988 stammt dieser Dokumentarfilm, der sich mit dem Leben von Frauen in der DDR beschäftigt. Regisseurin Misselwitz reiste von Süden bis Norden des Landes und porträtierte Frauen, die von ihren Sehnsüchten, ihrem Alltag und ihrer Arbeit erzählten. „Man gewinnt einen Einblick in das Leben von Frauen in der DDR. Sehr schön und ruhig erzählt, auch poetisch“, so Eckert. Die Bundeszentrale für politische Bildung zeigt den Film.
Trickfilm: „Die Leuchtturminsel“ von Günter Rätz
„Das ist ein ganz bezaubernder Kinderfilm“, schwärmt Eckert. Der etwa 40-minütige Film aus den 1970er Jahren sei wahnsinnig amüsant, schräg und lustig. Auch heute noch fänden Kinder an ihm Gefallen. Er erzählt die Geschichte des Leuchtturmwärters Jonathan, eines faulen Katers, eines nörgelnden Ziegenbocks und des Hundes Mondschein. Der Film ist auf dem YouTube-Kanal Defa-Filmwelt zu sehen.
Stefanie Eckert ist Vorstand der Defa-Stiftung, die sich um die Bewahrung und Vermittlung des filmischen Erbes der DDR kümmert. Die Defa wurde am 17. Mai 1946 gegründet und hat über vier Jahrzehnte hinweg zahlreiche Filme produziert, die bis heute als kulturelles Erbe gelten.



