Schlossfest in Wolfshagen: Kultureller Himmelfahrtstag im Zeichen der Tassen
Kultivierter Himmelfahrtstag im Schloss Wolfshagen

Während vielerorts an Christi Himmelfahrt klassische Herrentagsveranstaltungen mit reichlich Bier und lauter Musik gefeiert wurden, bot das Schloss Wolfshagen eine kultivierte Alternative. Das jährliche Schlossfest des Fördervereins Schloss-Museum Wolfshagen lockte mit einem Gottesdienst, einem Markt, einer besonderen Tassensammlung und Führungen durch das historische Gemäuer – ein Kontrastprogramm für alle, die an diesem Feiertag Kultur und royales Ambiente suchten.

Gottesdienst und neue Ausstellung

Traditionell begann das Fest mit einem gut besuchten Gottesdienst in der Schlosskapelle. Die Ränge waren voll besetzt, und die Gebetslieder wurden nicht auf einer Orgel, sondern auf einem Keyboard gespielt. Pfarrerin Johanna Köster zog im Anschluss einen humorvollen Vergleich: „Meine Mentorin hat immer im Scherz gesagt: Wir haben auch einen Herren. Unser Herr heißt Jesus Christus. Also können wir auch Herrentag feiern.“ Allerdings äußerte sie sich kritisch zum übermäßigen Alkoholkonsum an diesem Tag, da sie als Seelsorgerin schon viele alkoholkranke Menschen beerdigen musste.

Im Anschluss eröffnete Bernhard von Barsewisch, Gründer des Fördervereins, die neue Ausstellung „Tassen, Tassen“. Gezeigt werden Trinkgefäße aus aller Welt. Zur Eröffnung gab es eine besondere Aktion: Besucher können eine alte Mokkatasse gewinnen, indem sie alle Tassen im Haus zählen. Wer der tatsächlichen Anzahl am nächsten kommt, darf die Tasse im September, wenn der Wettbewerb endet, mit nach Hause nehmen. Barsewisch bezeichnete dies als „schöne Fleißaufgabe“.

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Markt und Wetterkapriolen

Im Schlosshof fand parallel ein kleiner Markt statt. Allerdings waren von rund 20 angemeldeten Händlern nur 13 erschienen – Grund war wohl das wechselhafte Wetter. Am Vormittag gab es immer wieder Nieselregen. Norbert Hammermeister ließ sich davon nicht beeindrucken und verkaufte unter seinem Pavillon selbst gemachte Körbe. „Hier draußen war sonst die Jahre immer alles voll“, berichtete er. Dass wegen der Witterung weniger Gäste kamen, bedrückte ihn etwas.

Der Meyenburger Jürgen Stüber besuchte die Veranstaltung vor allem wegen des Gottesdienstes – in seiner Familie sei das Tradition. Danach plante er, zu Hause zu grillen. „Da sitzt man am Herrentag gemütlich zusammen“, meinte Stüber. Das Wetter störte ihn nicht, da er die richtige Kleidung und einen weiten Hut trug.

Flucht ins Schloss und Musikgenuss

Als es regnete, suchten einige Besucher Schutz im Schloss. Dort nahmen sie an Führungen teil oder warteten im Erdgeschoss bei Kaffee und Kuchen auf besseres Wetter. Gegen Mittag spielte das Trio „Lost Village“ in der Kapelle Country-Musik. Am Nachmittag klarte der Himmel auf, die Sonne kam hervor, und die Grünanlage füllte sich wieder. Gäste flanierten über die Wiese, besuchten die Essensstände oder stöberten durch den überdachten Antikmarkt.

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