Leseinseln: Neues Leben für alte Bücher in Dessau-Roßlau
Leseinseln: Alte Bücher neu belebt in Dessau-Roßlau

Initiative gestartet: Lesen, teilen und verweilen

Wie Dessau-Roßlau vom Projekt „Leseinseln“ profitieren soll. Das Projekt „Leseinseln“ will ungenutzte Bücher und Möbel in Dessau neu beleben und zusammen mit Bewohnern einen Ort des Austauschs erschaffen.

Von Tizian Hempel, 04.05.2026, 14:00 Uhr

Nicole Grimme und Felix Moosdorf haben die Leseinsel kreiert. Im Bild halten sie die Bibs. Foto: Thomas Ruttek

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Dessau/MZ. Wie oft liest man ein Buch – und stellt es danach ins Regal, wo es oft jahrelang unbeachtet bleibt? Genau solche Bücher wollen Tom Weiß, Leiter der Stadtbibliothek Dessau-Roßlau, Felix Moosdorf, Vorsitzender des Werkstattcafés, und Nicole Grimm, ehemalige Designstudentin der Hochschule Anhalt und Mitglied im Werkstattcafé, wieder in Umlauf bringen.

Die Idee hinter den „Leseinseln“ ist einfach und zugleich genial: An verschiedenen Orten in der Stadt sollen kleine, gemütliche Leseecken entstehen, die mit gespendeten Büchern und gebrauchten Möbeln ausgestattet werden. Diese Orte laden nicht nur zum Lesen ein, sondern auch zum Verweilen, Austauschen und Teilen. Bürger können eigene Bücher mitbringen oder mitnehmen – ganz ohne Formalitäten.

Das Projekt verfolgt mehrere Ziele: Es fördert die Nachhaltigkeit, indem es Bücher und Möbel vor dem Wegwerfen bewahrt, stärkt die Gemeinschaft durch Begegnungsorte und steigert die Lesekultur in der Stadt. „Wir wollen einen Raum schaffen, der zum Verweilen einlädt und in dem Menschen ins Gespräch kommen“, erklärt Felix Moosdorf.

Die ersten „Leseinseln“ sollen noch in diesem Jahr in Kooperation mit lokalen Geschäften, Cafés und öffentlichen Einrichtungen realisiert werden. Die Initiatoren hoffen auf breite Unterstützung aus der Bevölkerung – sowohl durch Buch- und Möbelspenden als auch durch ehrenamtliche Hilfe beim Aufbau und der Pflege der Leseecken.

Tom Weiß betont die Bedeutung des Projekts für die Stadtbibliothek: „Wir sehen die Leseinseln als Ergänzung zu unserem Angebot. Sie machen Bücher im öffentlichen Raum sichtbar und laden auch Menschen ein, die vielleicht sonst nicht in die Bibliothek kommen.“

Nicole Grimm bringt ihre kreative Perspektive ein: „Als Designerin liegt mir die Gestaltung der Orte am Herzen. Die Leseinseln sollen nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch ansprechend sein und zum Wohlfühlen einladen.“

Das Projekt wird durch Spenden und Fördermittel finanziert. Die Initiatoren sind zuversichtlich, dass die „Leseinseln“ ein Erfolgsmodell werden, das vielleicht sogar auf andere Städte ausstrahlen kann.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration