Die Artmuc geht am 1. Mai in eine neue Saison – und wieder im Münchner Norden, wo sich das MTC als ideale Location erwiesen hat. Die Kunstmesse bleibt von der internationalen Krise nicht unberührt, aber das Interesse ist groß: Fast 450 Bewerbungen sind eingegangen. Ab Freitag dreht sich im Münchner Norden alles um die Kunst.
Interview mit Raiko Schwalbe
AZ: Herr Schwalbe, Sie tasten sich in Richtung Osten vor. Warum?
Raiko Schwalbe: Es geht uns darum, den Horizont der Artmuc zu erweitern und internationaler zu werden. Wir präsentieren dieses Mal mehr Positionen aus Asien, vor allem Künstler, die sich kritisch mit gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen auseinandersetzen. Nicht einfach nur schön abbilden, sondern Zustände reflektieren.
Sie hatten letztes Jahr schon Beiträge aus Indien und Afrika geplant.
Ja, aber viele mussten wegen politischer Spannungen, Kriegen und Preissteigerungen absagen. Das ist bitter – für beide Seiten. Solche Zusammenarbeit braucht Monate und Jahre Vorbereitung.
Kunst aus China trifft auf den Westen
Aus der Sammlung von Yan Sun zeigt die Artmuc eine chinesisch-deutsche Zusammenarbeit: Seidenmalerei-Meister Mu Yilin und Künstler Michel Anto verschmelzen auf feiner Seide östliche und westliche Kunst. Das Werk ist eine Brücke mit der Botschaft: „Freundschaft hält ewig, die Welt wird schöner“. Dazu gibt es Malerei von He Xiangdong, der ethnische Minderheiten und Volkskunst auf die internationale Bühne hebt, sowie Tonfiguren aus Xi’an, inspiriert von den Terrakotta-Kriegern.
Die Artmuc in Zahlen
160 Beiträge aus 15 Ländern sind ab 1. Mai vertreten. Seit der Gründung 2014 verzeichnet die Messe stetiges Wachstum, nur Corona unterbrach den Trend. In diesem Jahr gab es knapp 450 Bewerbungen.
Worauf legen Sie besonderen Wert?
Auf gemeinsames Agieren und guten Umgang. Ich bin nicht der Messechef im Anzug, sondern putze morgens mit dem Team. Die Stimmung ist gut, wir haben ein gemeinsames Ziel: eine wunderbare Kunstmesse.
Starkes Interesse beim jungen Publikum
Trotz der Krise: Es gibt erste Absagen aus den Golfstaaten und Südamerika wegen steigender Flugpreise. Aber junge Besucher zeigen verstärktes Interesse, sich ein Original zu kaufen. Die Preise beginnen bei 100 Euro und gehen bis in den mittleren fünfstelligen Bereich.
Wachstum im Bereich der Skulptur
Das Spektrum reicht von Malerei über Skulpturen, Collagen, Fotografien bis zu digitaler Kunst. Besonders Skulpturen verzeichnen ein stetiges Wachstum, auch die Fotografie stößt auf immer mehr Interesse.
Gratis-Poster von FinDAC
Der irische Künstler FinDAC stellt zum zweiten Mal ein Kunstwerk für die Plakatierung zur Verfügung. Seine Werke erzielen weltweit fünfstellige Preise. Jeder Besucher erhält ein Kunstposter seines Visuals „Sensaini“ als Dankeschön, solange der Vorrat reicht. In der „Artmuc Collection“ werden dazu 14 weitere Drucke als Unikate angeboten. FinDAC wird vor Ort live performen.
Artmuc vom 1. bis 3. Mai 2026, Freitag/Samstag 11 bis 19 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr, im MTC, Ingolstädter Straße 45-47 (U2 Frankfurter Ring, Bus 140, 141, 177). Eintritt 18 Euro (Dauerticket), inkl. Kunstdruckposter, Kinder unter 16 frei.



