Die Goethe-Medaille, die als bedeutendste Auszeichnung der deutschen auswärtigen Kulturpolitik gilt, wird in diesem Jahr an den estnischen Komponisten Arvo Pärt, die italienische Übersetzerin Anita Raja und den griechisch-deutschen Theaterregisseur Prodromos Tsinikoris verliehen. Die feierliche Übergabe findet am 28. August, dem Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe, in Weimar statt.
Ehrung für künstlerische und bildungspolitische Verdienste
Die Goethe-Medaille wird jährlich vom Goethe-Institut an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um die Vermittlung der deutschen Sprache und den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. In diesem Jahr stehen die Preisträger laut Goethe-Institut ganz im Zeichen Europas.
Arvo Pärt: Musik, die Menschen weltweit berührt
Der in Estland geborene Komponist Arvo Pärt ist bekannt für seinen minimalistischen Stil, der oft als spirituell beschrieben wird. Seine Werke, darunter das berühmte „Spiegel im Spiegel“, werden auf der ganzen Welt aufgeführt und haben Millionen von Menschen erreicht. Die Präsidentin des Goethe-Instituts, Gesche Joost, betonte, dass Pärts Musik Menschen weltweit in ihren Bann ziehe und eine Brücke zwischen Kulturen schlage.
Anita Raja: Übersetzerin und Vermittlerin europäischer Kultur
Anita Raja, eine italienische Übersetzerin und Bibliothekarin, hat sich durch die Übertragung wichtiger deutschsprachiger Autoren wie Christa Wolf, Elfriede Jelinek und W.G. Sebald ins Italienische einen Namen gemacht. Sie setzt sich zudem für die Vielfalt der europäischen Kultur ein und fördert den Austausch zwischen den Literaturen.
Prodromos Tsinikoris: Theater als Spiegel der Migration
Prodromos Tsinikoris, Sohn griechischer Einwanderer, die nach Wuppertal kamen, greift in seinen Theaterprojekten immer wieder die Themen Heimat, Identität und Migration auf. Seine Inszenierungen verbinden deutsche und griechische Traditionen und schaffen so einen Dialog zwischen den Kulturen. Joost würdigte ihn als Künstler, der seine beiden Heimaten in bewegenden Projekten vereint.
Bedeutung der Goethe-Medaille
Die Goethe-Medaille ist die wichtigste Auszeichnung der auswärtigen Kulturpolitik Deutschlands. Sie wird seit 1955 verliehen und würdigt Persönlichkeiten, die sich um die Vermittlung der deutschen Sprache und den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. Die Jury wählt die Preisträger aus Vorschlägen der Goethe-Institute weltweit aus.
Thomas Oberender, Vorsitzender der Verleihungskommission, hob hervor, dass die Lebenswege und Werke der Preisträger Antworten auf Migration, Flucht und gesellschaftliche Transformationen in Europa seien. Sie schenkten der Gegenwart eine neue Sprache und ein tieferes Verständnis für die Herausforderungen des 20. und 21. Jahrhunderts.
Die Verleihung am 28. August in Weimar wird von einem Rahmenprogramm begleitet, das die Werke der Geehrten in den Mittelpunkt stellt. Interessierte können sich über die Webseite des Goethe-Instituts über weitere Veranstaltungen informieren.



