Merz bekräftigt Rückendeckung für Kulturstaatsminister Weimer
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich in der aktuellen Debatte um die Amtsführung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer deutlich positioniert. Während der Regierungsbefragung im Deutschen Bundestag erklärte der Regierungschef unmissverständlich: „Wolfram Weimer hat mein Vertrauen.“ Diese klare Aussage erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Kritik aus Teilen der Kulturszene an mehreren kontroversen Entscheidungen des Ministers.
Debatten als unvermeidlicher Teil des Amtes
Merz betonte in seiner Stellungnahme, dass ein Kulturstaatsminister des Bundes zwangsläufig eine umstrittene Persönlichkeit sei, wenn er sich in schwierige gesellschaftliche Diskussionen begebe. „Dies ist aus meiner Sicht unvermeidlich“, so der Kanzler, „jedenfalls dann, wenn er seine Meinung zum Ausdruck bringt und Entscheidungen trifft, die natürlich nicht bei allen und jederzeit auf Zustimmung stoßen.“ Gleichzeitig hob Merz hervor, dass Weimer zahlreiche Maßnahmen im Bereich von Kultur und Medien umsetze, die auf breite Akzeptanz stießen – eine Zustimmung, die er ausdrücklich teile.
Konkreter Anlass: Der Deutsche Buchhandlungspreis
Die jüngste Kontroverse entzündete sich an einer Entscheidung Weimers beim Deutschen Buchhandlungspreis. Der Kulturstaatsminister hatte drei linksorientierte Buchhandlungen, die von einer unabhängigen Jury für eine Auszeichnung und das damit verbundene Preisgeld ausgewählt worden waren, von der Liste streichen lassen. Als Begründung wurden „verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse“ angeführt. Diese Maßnahme löste in der Kulturbranche und darüber hinaus erhebliche Diskussionen über die Grenzen staatlicher Einflussnahme auf kulturelle Auszeichnungen aus.
Reaktion auf AfD-Nachfrage
In der Regierungsbefragung äußerte sich Merz auch auf eine konkrete Nachfrage aus der AfD-Fraktion, die Kritik an Auszeichnungen für weitere linksorientierte Buchhandlungen geäußert hatte. Der Bundeskanzler verwies auf die grundsätzliche Funktion von Buchhandlungen: „Es ist nun mal den meisten Buchhandlungen zu eigen, dass sie auch Bücher vertreiben, die nicht unbedingt die politische Meinung der jeweiligen Inhaber widerspiegeln. Das ist aber auch normal.“ Merz verdeutlichte, dass bei einem persönlichen Besuch in einer Buchhandlung ebenfalls nicht ausschließlich Werke lägen, deren Inhalt er inhaltlich unterstütze.
Abschließend stellte der Regierungschef klar: Sollte die Frage der AfD dahingehend gemeint sein, dass weitere Buchhandlungen von der Preisvergabe ausgeschlossen werden sollten, habe man sich gründlich missverstanden. Diese differenzierte Positionierung unterstreicht die komplexe Balance zwischen kulturpolitischer Steuerung und der Wahrung künstlerischer sowie unternehmerischer Freiheiten.



