Berlinale-Party mit russischer DJ sorgt für Kontroverse
Die britische Pop-Sängerin Charli XCX, 33, hat auf heftige Kritik reagiert, nachdem sie auf einer Afterparty der Berlinale mit der russischen DJ Anastasia Shevtsova, bekannt als „Petit“, gefeiert hatte. Die Veranstaltung fand im Berliner Club „Studio1111“ an der Potsdamer Straße statt und führte zu einem medialen Aufschrei, da Aktivisten der DJ enge Verbindungen zum Kreml vorwerfen.
Vorwürfe gegen die russische DJ
Anastasia Shevtsova steht im Fokus von Aktivisten, weil ihre Mutter die Gründerin der Stiftung „Traditsiya“ ist. Diese Organisation präsentiert sich als Fonds für soziale Initiativen, ist jedoch offenbar in von Russland besetzten Gebieten der Ukraine aktiv, darunter Donezk, Luhansk und Mariupol. Die Stiftung arbeitet mit Putins Präsidialfonds für kulturelle Initiativen zusammen. Parallel dazu ist Shevtsovas Mutter Vizerektorin für Kreativwirtschaft am Moskauer Staatlichen Institut für Kultur, was in der Kulturszene für Empörung sorgt.
Reaktion von Charli XCX auf Instagram
In einem Instagram-Story-Post adressierte Charli XCX die Vorwürfe direkt. Sie betonte, dass sie und ihr Team nichts von den mutmaßlichen Verbindungen der DJ gewusst hätten. „Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um zu sagen, dass ich die Gräueltaten der russischen Regierung in der Ukraine ablehne und mich solidarisch mit dem ukrainischen Volk zeige“, schrieb die Sängerin. Diese klare Stellungnahme wurde in sozialen Medien weithin geteilt und diskutiert.
Stellungnahme der DJ Anastasia Shevtsova
Auch Anastasia Shevtsova meldete sich auf Instagram zu Wort. Sie erklärte, Familie in Russland, Belarus und der Ukraine zu haben und niemals Gewalt oder Leid zu wünschen. „Ich bin weder in die Politik involviert noch in Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Konflikt“, schrieb sie weiter. Trotzdem bleiben die Vorwürfe der Aktivisten bestehen, die ihre Verbindungen zu kremlnahen Organisationen kritisieren.
Hintergrund: Charli XCX und ihr Erfolg mit „Brat“
Charli XCX feierte 2024 mit ihrem Album „Brat“ den bisher größten Karriereerfolg. Der Titel, der übersetzt „Göre“ bedeutet, wurde zu einem Meme für selbstbewusste junge Frauen und queere Personen, die sich unangepasst und selbstbestimmt präsentieren. Ihre nervösen Dance-Pop-Hymnen boten viel Verständnis für Verletzlichkeit. Auf der Berlinale zeigte sie die Mockumentary „The Moment“, die Fluch und Segen ihres neuen Ruhms als „Brat“-Ikone thematisiert. Die Afterparty sollte eigentlich eine Feier dieses Erfolgs sein, entwickelte sich jedoch aufgrund der Kontroverse um die DJ zum Eklat.
Die Diskussion um die Party unterstreicht die sensiblen politischen Implikationen von Kulturveranstaltungen in Zeiten internationaler Konflikte. Während Charli XCX sich nun deutlich positioniert hat, bleibt die Debatte über die Verantwortung von Künstlern in solchen Situationen weiterhin aktuell.



