Prime Video-Doku über Melania Trump entwickelt sich zum stillen Streaming-Erfolg
Vor rund 40 Tagen nahm Amazon seine Dokumentation über Amerikas First Lady Melania Trump recht still und heimlich in das Programm seines Streamingdienstes Prime Video auf. Seitdem hat sich der Film zu einem kleinen, aber bemerkenswerten Hit entwickelt, obwohl konkrete Zuschauerzahlen für Deutschland von Amazon nicht veröffentlicht werden.
Platzierung und Inhalt der umstrittenen Dokumentation
Laut Angaben von Prime Video steht „Melania“ aktuell auf Platz fünf in der Filmkategorie „Dokumentation“ bei dem Streamingdienst. Der Film dokumentiert die 20 Tage vor der Amtseinführung des Präsidenten im Jahr 2025 und zeigt Melania Trump bei der Planung der Amtseinführung sowie des Umzugs ihrer Familie zurück nach Washington.
Amazon beschreibt die Doku als Werk, das „einen seltenen Einblick in die persönlichen und beruflichen Herausforderungen der Vorbereitung auf ihr Amt als First Lady“ biete. Melania Trump selbst wird mit den Worten zitiert: „Zum ersten Mal ist ein weltweites Publikum eingeladen, dieses entscheidende Kapitel mitzuerleben – einen privaten, unverfälschten Blick auf meinen Weg zur First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika, auf dem ich Familie, Beruf und Wohltätigkeit unter einen Hut bringe.“
Kinostart und Produktionshintergrund
Der Film, der bereits am 30. Januar in Kinos anlief, spielte weltweit rund 16,6 Millionen US-Dollar ein, was etwa 14 Millionen Euro entspricht. Nach Angaben von Amazon MGM Studios handelte es sich dabei um „den erfolgreichsten Kinostart eines Dokumentarfilms der letzten zehn Jahre“, wobei Musik- und Konzertfilme ausgenommen wurden.
Zur Weltpremiere in Washington am 29. Januar begleitete Präsident Donald Trump seine Frau Melania. Regie bei dem Film führte Brett Ratner, der ihn zusammen mit Fernando Sulichin, Marc Beckman und Melania Trump produzierte.
Kritische Rezeption und schlechte Bewertungen
Trotz der guten Platzierung bei Prime Video wurde über den Film viel gelästert. Auf der zu Amazon gehörenden IMDb (Internet Movie Database) hat der Film eine äußerst schlechte Bewertung durch User erhalten – lediglich 1,6 von 10 möglichen Punkten.
Zum Vergleich: Das in diesem Jahr bei den Oscars als bester Dokumentarfilm ausgezeichnete Werk „Ein Nobody gegen Putin“ erreicht auf derselben Plattform eine Bewertung von 7,4 Punkten. Bei der Oscarverleihung hatte sich auch Moderator Jimmy Kimmel, der die Preise für die besten Dokumentarfilme präsentierte, über den Film lustig gemacht.
Kimmel erklärte, Dokumentationen würden oft unter großem persönlichem Risiko gedreht, weil sie Ungerechtigkeiten offenlegten oder Mächtige kritisierten. Dann folgte der Seitenhieb: „Es gibt auch Dokumentarfilme, in denen man durch das Weiße Haus läuft und Schuhe anprobiert.“
Die Diskrepanz zwischen der schlechten IMDb-Bewertung und der guten Platzierung bei Prime Video wirft Fragen zur Bewertungskultur bei Streamingdiensten auf. Während traditionelle Bewertungsplattformen den Film deutlich ablehnen, scheint er beim Streamingpublikum dennoch auf Interesse zu stoßen.



