Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ in Waren: Persönliche Einblicke und Lesung
Frauen im geteilten Deutschland: Ausstellung und Lesung in Waren

Ausstellung und Lesung beleuchten Frauenleben in Ost und West

Im Stadtgeschichtlichen Museum Waren (Müritz) wird ab dem 6. März eine besondere Ausstellung präsentiert, die sich mit den unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten von Frauen im geteilten Deutschland auseinandersetzt. Die Schau mit dem Titel „Frauen im geteilten Deutschland“ findet im Rathaussaal des Museums am Neuen Markt 1 statt und wird bis zum 29. Mai zu sehen sein.

Klischees hinterfragen und persönliche Perspektiven öffnen

Mehr als drei Jahrzehnte nach der deutschen Wiedervereinigung halten sich zahlreiche Zuschreibungen und Stereotype hartnäckig. Die sogenannte „Westfrau“ wird oft entweder als Hausfrau oder Karrierefrau charakterisiert, während die „Ostfrau“ mal als tough, mal als Rabenmutter dargestellt wird – letzteres vor allem wegen ihres frühen Wiedereinstiegs ins Berufsleben nach der Geburt von Kindern. Manchmal erscheint sie als Verliererin, manchmal als Gewinnerin der Einheit. Die Ausstellung stellt genau diese Bilder in Frage und untersucht, woher sie stammen und was tatsächlich dahintersteckt.

Auf insgesamt 20 informativen Plakaten werden die Lebensrealitäten von Frauen in der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik während der 1970er- und 1980er-Jahre anschaulich dargestellt. Das primäre Ziel dieser Präsentation ist es, die enorme Vielfalt weiblicher Erfahrungen sichtbar zu machen und sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede der deutsch-deutschen Lebenswelten herauszuarbeiten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Lesung mit Autorinnen und generationenübergreifender Austausch

Begleitend zur Ausstellung findet am 26. März eine besondere Lesung statt, bei der die Autorinnen Ellen Händler und Uta Mitsching-Viertel ihr gemeinsames Buch „Unerhörte Ostfrauen – Lebensspuren in zwei Systemen“ vorstellen. In diesem Werk zeichnen Interviews mit 36 Frauen ein äußerst vielschichtiges und differenziertes Bild von Alltag, gesellschaftlichen Umbrüchen und persönlichen Neuanfängen in der DDR, während der Wendezeit und in der späteren Bundesrepublik.

Darüber hinaus versteht sich die gesamte Veranstaltung als eine ausdrückliche Einladung zum lebendigen Austausch zwischen den verschiedenen Generationen. Viele Besucherinnen und Besucher werden mit Sicherheit eigene Erinnerungen an das Leben in Ost oder West mitbringen, während andere die Zeitgeschichte erstmals aus einer sehr persönlichen Perspektive entdecken können. Nach der Lesung wird es daher voraussichtlich auch ausreichend Raum für Gespräche über Rollenbilder, gesellschaftliche Erwartungen und die faszinierende Frage geben, wie viel von den damaligen Lebenswirklichkeiten bis in die heutige Zeit nachwirkt.

Organisatorische Details und Öffnungszeiten

Die Ausstellung wurde von der renommierten Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegeben und wird in enger Kooperation mit der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern präsentiert. Sie ist vom 6. März bis zum 29. Mai regelmäßig geöffnet: montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist durchgehend frei. Auch die Lesung am 26. März um 17 Uhr im Rathaussaal des Stadtgeschichtlichen Museums kann kostenfrei besucht werden, was eine niedrigschwellige Teilnahme ermöglicht.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration