Baselitz tot: Der Meister der umgedrehten Bilder ist gestorben
Der weltbekannte Künstler Georg Baselitz ist tot. Er verstarb im Alter von 88 Jahren in Österreich, wie seine Galerie in Salzburg unter Berufung auf seine Familie mitteilte. Baselitz zählte zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst und lebte seit 2013 in Salzburg.
Leben und Werk eines Provokateurs
Georg Baselitz, der 1938 als Hans Georg Kern geboren wurde, prägte die Nachkriegskunst mit seinen expressiven und oft provokativen Arbeiten. Bereits als Student wurde er nach zwei Semestern von der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee verwiesen, doch dies hinderte ihn nicht an einer steilen Karriere. Internationale Berühmtheit erlangte er vor allem durch seine seit den späten 1960er-Jahren auf den Kopf gestellten Motive sowie durch Werkreihen wie die „Helden“-Bilder. Seine Werke hängen in bedeutenden Museen weltweit und brachten ihm zahlreiche Auszeichnungen ein, darunter den renommierten Praemium Imperiale aus Japan.
Skandale und Kontroversen
Immer wieder sorgte Baselitz für Aufsehen. Frühe Gemälde galten als skandalträchtig, und seine umstrittene Skulptur für die Biennale di Venezia 1980 – eine Holzfigur, die an Adolf Hitler erinnerte – löste heftige Diskussionen aus. Baselitz selbst behauptete, die Inspiration stamme aus dem afrikanischen Kulturkreis. Trotz oder gerade wegen dieser Kontroversen festigte er seinen Ruf als einer der großen Künstler seiner Zeit.
Vermächtnis und Ehrungen
Sechs monumentale Baselitz-Gemälde sowie eine Plastik wurden 2019 der Pinakothek der Moderne in München geschenkt. Der Künstler hinterlässt ein umfangreiches Oeuvre, das in den wichtigsten Sammlungen der Welt vertreten ist. Mit seinem Tod verliert die Kunstwelt eine ihrer schillerndsten Figuren.



