Heinz Mack: KI bleibt der künstlerischen Intelligenz unterlegen
Der renommierte ZERO-Künstler Heinz Mack, der am 8. März sein 95. Lebensjahr vollendet, äußert sich in einem exklusiven Interview deutlich zur Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Kunstwelt. Trotz Anerkennung der technologischen Möglichkeiten bleibt Mack überzeugt: „Die Künstliche Intelligenz ist von der künstlerischen Intelligenz weit entfernt und wird sie wahrscheinlich nie erreichen.“
Menschliches Bewusstsein als unerreichbare Dimension
Mack, der selbst weder Mobiltelefon noch Computer besitzt oder bedienen kann, betont die fundamentale Bedeutung des menschlichen Bewusstseins. „Was den Menschen auszeichnet, ist sein Bewusstsein. Ohne dieses gäbe es keine über 2.000 Jahre alte Philosophie“, erklärt der Künstler. Zwar bejahe er die phänomenalen Möglichkeiten der KI als neue Realität mit größter Zukunft, doch die essentielle künstlerische Intelligenz bleibe eine ausschließlich menschliche Domäne.
Kunst als Opposition gegen Welthässlichkeit
Für Mack stellt seine Kunst eine bewusste Opposition dar: „Meine Kunst ist auch eine Art Opposition gegenüber der Hässlichkeit der Welt und gegenüber den Mächten, die hemmungslos zerstören, was andere aufgebaut haben.“ Der Künstler bekennt sich ausdrücklich zur Schönheit im universalen Sinn, die seiner Ansicht nach von vielen infrage gestellt wird. Diese Haltung prägt sein gesamtes Schaffen seit den Anfängen der ZERO-Bewegung.
Besorgnis über autokratische Entwicklungen
Neben kunsttheoretischen Überlegungen äußert Mack tiefe Besorgnis über politische Entwicklungen weltweit. „Was ich mit Empörung und gleichermaßen mit Hilflosigkeit wahrnehme, ist, dass in vielen Ländern die Staatsgewalt unumschränkt in der Hand eines einzelnen Menschen liegt“, kritisiert der fast 95-Jährige. Seine Lösung: Demokratien sollten sich zu einem einheitlichen Staatenbund zusammenschließen, um sich in der Welt behaupten zu können.
Das Vermächtnis der ZERO-Bewegung
Gemeinsam mit seinem Studienkollegen Otto Piene (1928-2014) begründete Heinz Mack Ende der 1950er Jahre die wegweisende ZERO-Gruppe, der sich später Günther Uecker (1930-2025) anschloss. Diese Bewegung markierte einen radikalen Neubeginn in der Kunst und einen bewussten Bruch mit allen Konventionen. Ihre avantgardistische Ästhetik beeinflusst Künstler bis in die Gegenwart. Macks ikonische Werke wie:
- Lichtrotoren
- Rasterstrukturen
- Farbprismen
- Spiegelobjekte
- Glitzernde Stelen
gelten heute als Klassiker der Nachkriegskunst und erzielen auf dem internationalen Kunstmarkt Höchstpreise. Das ZERO-Erbe bleibt damit nicht nur kunsthistorisch relevant, sondern stellt weiterhin eine lebendige Inspirationsquelle für zeitgenössische Künstler dar.



