Rockoper 'Jesus Christ Superstar' eröffnet Domstufen-Festspiele in Erfurt mit innovativer Inszenierung
Jesus Christ Superstar rockt Erfurter Domstufen-Festspiele

Rockoper 'Jesus Christ Superstar' eröffnet Domstufen-Festspiele in Erfurt mit innovativer Inszenierung

Die traditionsreichen Domstufen-Festspiele in Erfurt starten in diesem Jahr mit einem besonderen Höhepunkt: Andrew Lloyd Webbers weltberühmte Rockoper Jesus Christ Superstar wird in einer neuartigen Inszenierung vor der imposanten Kulisse des Erfurter Mariendoms aufgeführt. Das Theater Erfurt verspricht damit eine außergewöhnliche Freilichtproduktion, die sowohl traditionelle Elemente als auch moderne Bühnentechnik vereint.

Innovative Bühnenbilder und zeitgenössische Interpretationen

Regisseur Peter Lund und Bühnenbildner Hank Irwin Kittel haben für die Produktion ein außergewöhnliches Konzept entwickelt. Sieben überdimensionale Bilderrahmen bilden das Grundgerüst der Bühne, die an traditionelle Kreuzwege erinnern, jedoch durch moderne Technik transformiert werden können. „Das simple Grundbühnenbild kann ganz viel: Es kann leuchten, brennen, klappen und fallen“, erklärt Lund die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten.

Die Rahmen dienen nicht nur als architektonische Elemente für Tempel- oder Bordellszenen, sondern auch als Projektionsflächen für visuelle Effekte. Eine zusätzliche LED-Wand wird für Untertitel und Live-Übertragungen des Orchesters genutzt, das wie in den vergangenen Jahren im Theater spielt, während der Ton zu den Domstufen übertragen wird.

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Zeitliche Verschiebungen und thematische Erweiterungen

Eine besondere Neuerung stellt die inhaltliche Erweiterung dar: Während das Originalmusical sich auf die letzten Tage Jesu konzentriert, beginnt die Erfurter Inszenierung mit der Geburt Christi. „Da steckt so viel Hoffnung drin“, begründet Regisseur Lund diesen künstlerischen Kniff. Die gesamte Produktion ist überschrieben mit der zentralen Botschaft „Liebe deinen Nächsten“, die laut Lund heute aktueller denn je sei.

Die Inszenierung durchwandert verschiedene Zeitebenen und gipfelt in einer ungewöhnlichen Darstellung der Herodes-Szene als amerikanische TV-Show. Diese zeitgenössischen Interpretationen sollen dem 1971 uraufgeführten Klassiker neue Frische verleihen, obwohl das Stück bereits 2005 bei den Domstufen-Festspielen zu sehen war.

Musikalische Wucht und Abschied eines Bühnenbildners

Musikalisch setzt die Produktion auf Live-Musik mit einem zusätzlichen Rock-Ensemble, das direkt beim Orchester positioniert wird. Musikalischer Leiter Clemens Fieguth betont: „Im Optimalfall werden wir aber ab der ersten Minute in den Stuhl gepresst“. Obwohl die Rockmusik heute nicht mehr den Schockeffekt von einst habe, verspreche die Inszenierung dennoch eine beeindruckende klangliche Intensität.

Für Bühnenbildner Hank Irwin Kittel markiert diese Produktion einen besonderen Abschied: Nach 24 Jahren als Ausstatter am Theater Erfurt beendet er mit den Domstufen-Festspielen 2026 seine lange Karriere. Seine sieben Bilderrahmen stellen somit sein letztes Bühnenbild für die traditionsreichen Festspiele dar.

Begleitprogramm und Ticketinformationen

Parallel zur Hauptproduktion bietet das Festival auch ein Kinderprogramm: Vom 15. bis 30. August wird Der Bärbeiß nach der Kinderbuchreihe von Annette Pehnt erstmals auf der schattigen Severiwiese aufgeführt, statt wie bisher auf dem Domplatz.

Die Ticketpreise bleiben im Vergleich zum Vorjahr unverändert: Reguläre Karten kosten zwischen 75 und 95 Euro, mit Ermäßigungen für Studierende und Schüler. Bereits die Hälfte aller 21.200 verfügbaren Karten ist verkauft. Das Theater hofft, an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen zu können, als Giacomo Puccinis Oper La Bohème erstmals in der Geschichte der Festspiele eine 100-prozentige Auslastung erreichte.

Für die Zukunft ist bereits die nächste Opernproduktion angekündigt: 2027 soll Giuseppe Verdis Klassiker La traviata auf den Domstufen zu erleben sein.

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