Klanginstallation 'Core' in München: Ein sinnliches Sound-Bad mit Herzgeschichten
Im Südturm der Münchner Frauenkirche und in der Herz-Jesu-Kirche lädt die außergewöhnliche Klanginstallation "Core" zu einem besonderen akustischen Erlebnis ein. Besucher können intime Herzgeschichten, elektronische Klangflächen und vibrierende Holzplatten erleben – ein sinnliches Experiment zwischen Glaube, Alltagsleben und akustischer Kunst.
Dreiteilige Installation mit emotionalen Audio-Aufzeichnungen
Die Künstlerin und Architektin Nathalie Brum sowie die Musiker und Künstler Luis Weiß und Lukas Schäfer haben am Donnerstag diese besondere Klanginstallation zur christlichen Fastenzeit gestartet. Sie wird bis zum 27. März im Südturm der Frauenkirche sowie in der Herz-Jesu-Kirche in der Lachnestraße 8 erlebbar sein. Die drei Künstler aus dem Raum Köln waren wochenlang mit den Vorbereitungen beschäftigt.
Das zentrale Element ist das sogenannte Memophon: Wer den antiken Telefonhörer abnimmt, hört ausgewählte Aufnahmen von etwa 200 Besuchern der Frauenkirche, die seit Oktober 2025 ihre Stimmen digital aufzeichnen konnten. Sie alle antworteten anonym auf die Frage: "Was lässt Ihr Herz höher schlagen?" Nathalie Brum erklärt: "Es ist alles dabei, Profanes aber auch Glaubensbekenntnisse."
Vielfältige emotionale Antworten und klangliche Elemente
Die Palette der Antworten ist groß und emotional vielschichtig. Ein urbayrisch klingender Mann sagt nur: "Germknödel!" Eine Frau schluchzt und erzählt von ihrer Kündigung nach 31 Jahren in ihrer Firma. Ein anderer Mann zählt auf: "Mein Herz lässt höher schlagen, wenn alle gesund sind und Freiheit, Umwelt und Wald." Eine weitere Frau nennt einfach: "Indie-Pop."
Zur Installation gehören auch komponierte Klangflächen der drei Künstler, die im Hintergrund laufen. Weiß und Schäfer bezeichnen sich als Kirchenraummusiker. "Sie bestehen aus Synthesizern, Orgeln, Tonbandeffekten und weiteren elektronischen Instrumenten", sagt Lukas Schäfer. Die Soundflächen sollen den Kirchenraum akustisch zum Leben erwecken.
Innovative Holzklangplatten und praktische Informationen
Das dritte Klang-Element besteht aus Holz: Sogenannte Exciter, die hinter vier Kiefernholzplatten angebracht sind, versetzen sie an der Wand in Schwingung. "Das ist wie doppeltes Stereo", beschreibt Brum das Phänomen. Die drei Teile des Klangerlebnisses nennen die Künstler: Duftebene für die Klangflächen, Klangplatten für das Kiefernholz und Core-Ebene für das Memophon.
Das Audio-Erlebnis selbst ist kostenfrei zugänglich. Für den Aufzug zum Südturm der Frauenkirche werden derzeit 7,50 Euro erhoben. Die Installation bietet neben dem klanglichen Erlebnis auch die phänomenale Aussicht vom Kirchturm in alle Himmelsrichtungen aus fast 100 Metern Höhe.



